Du hast nicht viel Zeit? Du bist Amateursegler?

Dann besuche unsere Taktik Seite light

Du kennst die Regeln?

Ein Blick auf unseren Regel Crashkurs könnte sich dennoch lohnen.

boats2sail

twilight-the race

Roundabout

One Sails

Byc

Burgenland Sport

 

Optimaler Weg

Einleitung

Eigentlich geht es auf dieser Seite nicht um den optimalen Weg, sondern um den kürzesten Weg. Dieses Kapitel hilft dir den kürzesten Weg vom Start zur Ziellinie zu finden. Das ist der wichtigste Teil unserer Rennstrategie. Hier geht es hauptsächlich um Winddrehungen. Das Ziel dieses Kapitels ist zu zeigen, wie man Winddrehungen am besten ausnützt, um einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz zu haben.

Zuerst ein paar Definitionen:
Pendelnde Winddrehungen (engl. oscilating shifts) bedeuten, dass der Wind nach links bzw. rechts um eine mittlere Hauptwindrichtung dreht.
Stetige Winddrehung (engl. persistent shift) bedeutet, dass der Wind innerhalb einer längeren Periode in eine Richtung dreht.

Die Herausforderung beim Finden des optimalen Wegs liegt darin, alle verfügbaren Daten zu sammeln und richtig auszuwerten.

Im Idealfall kann dann eine konkrete Aussage wie diese getroffen werden: "Der Wind pendelt zwischen 350 Grad und 10 Grad. Die mittlere Windrichtung ist 0 Grad. Die Phase ist 3 Minuten. Bei den herrschenden Bedingungen werden wir ca. 15 Minuten für die Startkreuz brauchen."

Wenn du ein Spitzensegler bist, bekommst du diese Informationen möglicherweise von deinem Betreuer, dem du vertraust. Aber meistens bist du beim Besorgen und Interpretieren der Daten auf dich allein gestellt. Im Kapitel Start findest du einige Hinweise, die dir helfen sollen die Daten zu sammeln und zu interpretieren.

Bei kurzen Wettfahrten wird aus einem pendelnden Wind eine stetige Winddrehung. Ist die Amplitude des pendelnden Winds länger als die Fahrtdauer zur nächsten Bahnmarke, darfst du nicht die Regeln für pendelnde Winde anwenden. Vielmehr musst du segeln als hättest du es mit einer stetigen Winddrehung zu tun, weil bevor der Wind beginnt zurückzudrehen, bist du schon bei der nächsten Bahnmarke.

Vergiss nicht: Der kürzeste Weg ist nur ein strategischer Faktor, wenn auch der wichtigste: Aber beachte auch alle anderen Faktoren (Windstärke, Strömungsverhältnisse, Wellenstärken etc.).

Unsere Taktik ist abhängig vom Windtypus, den wir erkannt haben. In Abhängigkeit vom Windtypus gilt es unterschiedliche Wege einzuschlagen, auf die in den folgenden Kapiteln eingegangen wird.

Pendelnder Wind

Auf der Kreuz

Jeder versteht, dass bei pendelndem Wind immer der Schlag der bessere ist, der gerade "höher geht". Die Engländer sagen dazu treffender "you have to sail always in a lift;. Lift bedeutet also es geht höher. Im Gegensatz zum Header, da kommt der Wind mehr von Vorne. Er trifft uns also am "Kopf". Da diese Begriffe wesentlich treffender sind, als die deutschen Übersetzungen, bzw. sich diese Begriffe eigentlich nicht vernünftig übersetzen lassen, werden wir in Zukunft auch hier auf der deutschen Seite die englischen Begriffe verwenden.

Um bei pendelnden Winden den kürzesten Weg zu segeln, muss man immer in einem Lift segeln. Daraus folgt, dass man nie in einem Header weitersegeln soll. So weit so gut. Wir wissen nun, dass wir immer im Lift segeln müssen. Aber wenn wir eine auf die Schnauze bekommen (wenn wir in einen Header hinein segeln), wann ist der richtige Zeitpunkt zu wenden?

Um den richtigen Zeitpunkt für die Wende zu finden, musst du die mittlere Windrichtung kennen. Kennst du die mittlere Windrichtung nicht, kannst du nur nach Gefühl segeln und das geht selten gut. Kennst du die mittlere Windrichtung nicht und musst abfallen, dann wirst du wahrscheinlich wenden, obwohl du in Wahrheit noch immer auf einem Lift gesegelt bist. In diesem Fall segelst du nach der Wende unter deinem mittleren Kurs und das wollen wir ja gerade vermeiden. Andererseits, wenn du bei einer für dich im Moment ungünstigen Winddrehung wartest, bis du deinen tiefsten Kurs fährst und dann erst wendest, fährst du zwar nach der Wende die höchste Höhe, musst aber gleich wieder abfallen, da der Wind ja wieder beginnt zurück zu pendeln.

Wer kennt das nicht: Es geht runter, runter, runter. Der Teufel in deinem Kopf sagt: "Warte noch mit der Wende, weil dann geht's am anderen Schlag noch weiter rauf". Dann wird endlich gewendet. Nach der Wende geht es super rauf. Aber dann, welch Pech, du musst gleich wieder abfallen. Pech? Nein! Das war nur eine Folge davon, dass du erst gewendet hast, wie der pendelnde Wind seine extremste Ausprägung hatte. Gerade zum Zeitpunkt der Wende hat der Wind begonnen in die andere Richtung zu drehen.

Ich kann es nicht oft genug sagen: Um bei pendelndem Wind den kürzesten Weg fahren zu können, musst du die mittlere Windrichtung kennen. Dann wird plötzlich alles sehr einfach und du brauchst keine übersinnlichen Fähigkeiten mehr, um den kürzesten Weg zu finden.

Es ist eigentlich ganz einfach:

Segle immer im Lift. Sobald du unter dem mittleren Kompasskurs abfallen musst, ist es Zeit zu wenden. Nicht vorher und nicht nachher.

Jeder Meter den du früher oder später wendest, kostet dir wertvolle Meter.
Falls du es nicht glaubst, schau dir das folgende Animation an:

 

Der Wind pendelt in diesem Beispiel gleichmäßig um die Mittellinie. Grün wendet immer dann, wenn der Wind weiter dreht, als die durchschnittliche Windrichtung. Gelb wendet immer dann, wenn es einen Header bekommt (der Wind zu drehen beginnt). Rot ist einfach immer gegen die Winddreher unterwegs und wendet immer dann, wenn der Wind günstig wird. Alle drei Boote befinden sich am Beginn der Animation gleich weit von der Luvtonne entfernt. Wir sehen, dass Grün immer dann wendet, wenn der Wind über die durchschnittliche Windrichtung hinaus dreht. Boot Grün segelt demnach immer im Lift und erreicht deshalb die Luvtonne mit gutem Abstand vor Boot Gelb. Der Rückstand von Rot ist wenig überraschend, da es erwartungsgemäß einen bedeutend längeren Weg fahren muss.

Wende, Wende, Wende
Tactic Game

Auf der Seite von www.sailracer.net findest du ein einfaches Taktikspiel. Nichts zu installieren, keine Registrierung, einfach spielen und das auch am Smartphone in der U-Bahn. 

Taktiker gegen Software. Wer wird gewinnen? Es geht nur darum im richtigen Moment zu wenden. Windrichtung und Windstärke kommen von einer echten Wetterstation. Deshalb: kein Wind, kein Spiel. Aber keine Angst, Nanny Cay ist sehr windsicher.

Das Programm zeigt dir die errechnete Windrichtung an. Die durchschnittliche Windrichtung im Spiel wird aus den Windrichtungsdaten der letzten 6 Minuten berechnet. Die Leute von sailracer.net haben auf Grund von vielen simulierten Rennen herausgefunden, dass man für kurze Up and Downs die besten Ergebnisse erzielt, wenn man die Daten der letzten 6 Minuten zur Berechnung der Durchschnittswindrichtung berücksichtigt.

Das Computer Boot hält sich strikt an die Regel immer im Lift zu segeln. Eine Wende bedeutet einen Zeitverlust von einer Sekunde.

Du wirst die Erfahrung machen, dass es nicht einfach ist, gegen den Computer zu gewinnen.

Vorsicht - Suchtgefahr!

Zum Spiel

 

Ein weiterer Tipp für das Segeln bei pendelnden Winden:

Versuche im Rahmen der Möglichkeiten schnell zu segeln. Etwas weniger Höhe und somit höhere Geschwindigkeit bringt dich schneller in die nächste Winddrehung und damit in den nächsten Lift nach der Wende. Damit verbessert sich dein zurückgelegter Weg in die Richtung des mittleren Windes.

Warum?

In der folgenden Animation siehst du zwei Boote, mit gleichem VMG, die bei konstanter Windrichtung nach Luv segeln. Die Luvgeschwindigkeit beider Boote ist gleich. Sie kommen demnach auch gleichzeitig in Luv an.

Ganz anders schaut es aber aus, wenn der Wind dreht. In diesem Fall hat das Boot das zwar weniger Höhe am Wind segelt, aber dafür schneller, einen klaren Vorteil. Im Bezug auf die mittlere Windrichtung wird das schnellere Boot bei der nächsten Winddrehung weiter in Luv sein, als das Boot das langsamer, aber höher am Wind segelt.

Lass dich nicht täuschen

Da du üblicherweise Header und Lifts auf Grund des Kompasskurses bestimmst, sollte dir bewusst sein, welchen Einfluss nachlassender oder auffrischender Wind auf deinen Kompasskurs hat.

Wir alle wissen: Wir segeln immer mit dem scheinbaren Wind. Das ist der Wind, den wir am Schiff direkt, ohne mathematische Umrechnung, messen können. Dieser scheinbare Wind setzt sich aus den Komponenten Wind und Bootsgeschwindigkeit über Land zusammen.

Die folgende Animation zeigt dir den Einfluss nachlassenden Windes auf die Richtung und Stärke des scheinbaren Windes:

In Phase A segelt das Boot mit stetiger Geschwindigkeit und Höhe. Am Beginn der Phase B lässt nun der Wind stark nach. Da unser Boot noch mit der alten Geschwindigkeit fährt, ändert sich die Richtung des scheinbaren Windes nach links, das Segel fällt eventuell ein, wir müssen abfallen. Die wahre Windrichtung hat sich aber nicht geändert. Unser Boot verliert nun allmählich an Geschwindigkeit durchs Wasser. In Phase C hat unser Boot die Zielgeschwindigkeit für den nun leichteren Wind erreicht. Dadurch geht der Einfluss des Fahrtwindes auf die scheinbare Windrichtung wieder zurück und wir können wieder anluven.

Wenn wir diesen Effekt fälschlicherweise als Header deuten und wenden, weil wir kurzzeitig unter unserem mittleren Kurs fahren müssen, werden wir nach der Wende verblüfft feststellen, dass wir wieder unter unserem mittleren Kurs fahren. "Scheiße, genau in der Wende hat der Wind zurückgedreht". Wie oft haben wir das schon an Bord gehört, oder selbst gesagt. In Wirklichkeit haben wir nur die Daten falsch gedeutet und zu einer falschen Information verknüpft.

Genau umgekehrt, aber meist mit weniger negativen Folgen, verhält es sich, wenn wir in eine Bö fahren. In diesem Fall ist die Bootsgeschwindigkeit noch nicht adäquat zum Wind und der scheinbare Wind raumt, sodass wir kurzzeitig höher fahren können. Nach der Beschleunigungsphase kommt der scheinbare Wind wieder aus der ursprünglichen Richtung und wir fallen auf den Ausgangskurs zurück.

Der Wendewinkel deines Bootes ist abhängig von der Windgeschwindigkeit

Ein weiterer Effekt, der uns in die Irre führen kann, tritt auf, wenn wir unsere Schläge nicht nach der von den Instrumenten angezeigten wahren Windrichtung wählen, sondern nach Kompasskursen. Das wird immer dann der Fall sein, wenn wir nicht optimal kalibrierte Instrumente an Bord zu Verfügung haben, also bei Jollen immer. In diesem Fall wissen wir den anliegenden Kompasskurs für den Steuerbordschlag und für den Backbordschlag. Damit können wir ohne weitere Instrumente feststellen, ob wir uns in einem Lift befinden oder in einem Header. So weit so gut. Viele Boote/Yachten haben jedoch die Eigenschaft, dass die optimale Höhe am wahren Wind in Abhängigkeit von der Windstärke stark variiert. Das VPS (Velocity Prediction Program) Diagramm gibt dir darüber Auskunft, mit welchem Windwinkel man bei welcher Windgeschwindigkeit die beste VMG segelt. Sind diese Winkel für unterschiedliche Windstärken sehr unterschiedlich, müssen wir natürlich bei einer Änderung der Windgeschwindigkeit unseren Mittelkurs für den Backbordschlag und den Steuerbordschlag bei einer Windstärkenänderung entsprechend modifizieren.

Im folgenden Beispiel legt der Wind ab Position 3 zu. Die Boote in der Animation fahren bei wenig Wind, wie in Zone 1, einen Wendewinkel von genau 90 Grad, bei dem stärkeren Wind aber einen Wendewinkel von 80 Grad.

Vor dem Start haben wir als mittlere Windrichtung 60 Grad gemessen. Das ergibt einen mittleren Kurs von 15 Grad am Steuerbordschlag und einen mittleren Kurs von 105 Grad am Backbordschlag. In Position 1 kommt der Wind aus 50 Grad. Die Boote befinden sich demnach im Lift. Wenn nun der Wind ab Position 4 von 50 auf 63 Grad dreht und zulegt, können wir am Backbordschlag einen Kurs von 103 Grad fahren und glauben, wir sind noch immer in einem Lift, da ja unser Kurs von 103 Grad noch immer höher ist als unser ursprünglich berechneter mittlerer Kurs von 105 Grad. Tatsächlich hat der Wind aber über die Mittellinie nach rechts gedreht. Unser Kurs ist nur deshalb gleichgeblieben, weil unser Boot bei mehr Wind einfach mehr Höhe fährt. Nach einer Wende wäre unser neuer Kurs 23 Grad, wie man am Boot Blau erkennen kann. Gelb hat die Änderung der Windrichtung nicht rechtzeitig erkannt, fährt deshalb am Backbordschlag weiter und verliert Meter um Meter.

Die verflixte Layline

Auf der Seite Kreuz versuchen wir dir zu erläutern, warum du nicht in die Nähe der Layline kommen solltest. In einer "optimalen Welt" wist du bei oszilierenden Winden keine großen Probleme mir der Layline bekommen. Du kannst mit Ausnahme des letzten kurzen Annäherungsschlages immer im Lift segeln. Was verstehen wir unter einer "optimalen Welt"? Die "optimale Welt" wäre:
- Der mittlere Wind kommt tatsächlich aus der Richtung, die du berechnet hast.
- Die Luvbahnmarke liegt genau in Richtung des mittleren Windes.
- Der Wind pendelt gleichmäßig um die mittlere Windrichtung.

Aber welche Welt ist schon optimal? Im realen Regattaleben wird mindestens einer der drei vorhin genannten Faktoren nicht zutreffen und über kurz oder lang wirst du merken, dass du nahe an der Steuerbord- oder an der Backbordlayline bist. Je später desto besser. Also musst du rechtzeitig korrigieren und versuchen den Abstand zu den beiden Laylines möglichst konstant zu halten. Wenn du merkst, dass dich deine Schläge an die Steuerbordseite des Kurses bringen, segle am Steuerbordschlag etwas weiter, als du es gemacht hättest, wenn die Luvbahnmarke noch weit weg wäre. Umgekehrt ist es clever, wenn du am Backbordschlag etwas früher wendest.

Das folgende Beispiel zeigt zwei Boote auf dem Weg zur Luvbahnmarke. Der Wind pendelt zwar idealerweise gleichmäßig um die mittlere Windrichtung, allerdings liegt die Luvbahnmarke etwas Backbord der mittleren Windrichtung.

Boot Gelb wendet immer exakt, wenn der Wind aus der mittleren Windrichtung kommt. Gelb kommt deshalb relativ früh an der Steuerbordlayline an. Grün versucht etwas weiter links zu bleiben, um nicht zu früh an der rechten Bahnbegrenzung anzukommen. Dadurch gerät Grün zwar anfangs etwas in Rückstand zu Gelb. Gelb kann aber, auf der Layline segelnd, den letzten Header nicht mehr mit einer Wende kontern und muss unter den mittleren Kurs abfallen. Dadurch verliert Gelb seinen mühsam erkämpften Vorsprung und Grün erreicht vor Gelb die Luvbahnmarke.

Am Vorwind

Im Prinzip ist am Vorwind alles umgekehrt wie auf der Kreuz. Da mit modernen Schiffen, egal ob mit Gennaker oder Spinnaker, nie direkt vor dem Wind gesegelt wird, haben wir auch am Vorwind die Qual der Wahl. Wann segeln wir mit Wind von rechts? Wann mit Wind von links? Wann sollen wir unsere Halsen machen? Bei pendelnden Winden gilt folgendes: Bekommen wir einen Header, können wir abfallen und demnach einen kürzer Weg zur nächsten Bahnmarke segeln. Segeln wir im Lift (das heißt höher als bei der durchschnittlichen Windrichtung), sollten wir halsen.
Das bedeutet:

Im Gegensatz zur Kreuz, wo wir immer im Lift segeln sollten, müssen wir am Vorwind versuchen im Header zu bleiben.

Allerdings gibt es noch zwei wesentliche Unterschiede zur Kreuz zu beachten:

Schau wo mehr Wind ist.
Im Gegensatz zur Kreuz zahlt es sich am Vorwind sehr wohl aus dorthin zu segeln, wo die nächste Bö kommt. Einfach deshalb, weil Böen und Schiff sich in die gleiche Richtung bewegen. Das bedeutet, du befindest dich viel länger in einer Bö als auf der Kreuz und profitierst dadurch auch mehr. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, dass du die Bö noch erreichst am Vorwindkurs wesentlich höher. Der Grund dafür ist, dass Boot und Bö sich in gleicher Richtung bewegen und dadurch der relative Geschwindigkeitsunterschied zwischen Boot und Bö wesentlich geringer ist.

Die richtigen Schläge sind auf der Vorwind nicht so bedeutend wie auf der Kreuz. Vielmehr ist wichtig, dass du möglichst lang in den Zonen mit stärkerem Wind bleibst.

Pendelnder Wind kann Vorwind zu einer stetigen Winddrehung werden
Dadurch, dass du wesentlich schneller segelst, kann es sein, dass - obwohl die Windverhältnisse konstant sind und der Wind um die gleiche Amplitude pendelt - du auf der Kreuz mit pendelndem Wind segelst und am Vorwind eine stetige Winddrehung vorfindest. Einfach deshalb, weil du durch die hohe Geschwindigkeit beim Zurückpendeln des Windes schon wieder auf der nächsten Kreuz bist. In der folgenden Animation siehst du ein Beispiel eines gleichmäßig pendelnden Windes.

Dennoch dreht der Wind auf dem kurzen Vorwindkurs stetig nach rechts. Bevor die nächste Linksdrehung kommt, haben die Boote die Leetonne erreicht. Da der Wind am Vorwind kontinuierlich nach rechts dreht, müssen die Boote zurest den kurzen Schlag nach rechts segeln. Nach wenigen Metern kann Gelb halsen und direkt auf der Layline zur Leetonne segeln.

Bei einer stetigen Winddrehung lieber ein wenig weiter auf die Seite der Winddrehung segeln.

Halst man zu früh, muss man an der Leetonne einen zusätzlichen Schlag gegen die Winddrehung segeln und das kostet einige Meter, wie du am Beispiel von Boot Grün in der vorigen Animation gut erkennen kannst.

nach oben

 

Stetige Winddrehung

Auf der Kreuz

Bei einer stetigen Winddrehung wirst du leider extrem auf die Seite segeln müssen, in die der Wind dreht. Das Schwierigste bei solch einem Schlag ist es abzuschätzen, wann man auf die Layline kommt. In diesem Fall ist die Layline ja nicht eine Gerade, sondern durch die stetige Winddrehung eine Kurve. Falls man jetzt unterhalb der Layline wendet (Boot Schwarz), erreicht man, obwohl es immer höher Richtung Luvbahnmarke geht, die Luvbahnmarke nicht. Am Schlag zur Boje segelt man dann gegen die Winddrehung und verliert viele Meter. Deshalb gilt in diesem Fall:

Lieber erst einige Meter über der Layline wenden und dann - falls man zu hoch ist - mit gefierten Schoten zur Boje rauschen (wie Boot Grün).

Am Vorwind

In diesem Fall segeln wir zuerst in die Seite der Winddrehung. Das heißt: Dreht der Wind nach rechts, segeln wir zuerst einen Steuerbordschlag auf die rechte Bahnseite. Dreht der Wind nach links, segeln wir zuerst einen Backbordschlag auf die linke Bahnseite.

Falls die Windstärken auf beiden Bahnseiten sehr unterschiedlich sind, kann es sinnvoll sein, den Umweg in Kauf zu nehmen und auf der "falschen Seite" zu segeln.

Auch in diesem Fall gilt es nicht zu früh zu halsen, denn dann segelst du den letzten Schlag gegen den Winddreher und musst einen ziemlichen Umweg in Kauf nehmen.

Lieber einige Meter weiter segeln und dann erst halsen. Falls du um einige Meter zu weit gesegelt bist, ist das kein Drama. Den Zeitverlust durch den Umweg wirst du durch höhere Geschwindigkeit (du kannst ja dann spitzer zur nächsten Bahnmarke segeln) nahezu wieder gutmachen.

Grün erwischt den Zeitpunkt der Halse optimal und kann Blau überholen. Blau halst zu früh und muss vor der Leebahnmarke nochmals halsen und gegen den Winddreher segeln. Gelb segelt auf Nummer sicher, halst etwas spät, aber verliert gegenüber Grün nur wenige Meter, da es einen Teil des Umwegs durch höhere Geschwindigkeit wettmachen kann.

nach oben

Kombination aus beiden

Auf der Kreuz

Sehr oft findet man eine Kombination aus pendelndem Wind und einer stetigen Winddrehung. Der Wind weist zwar eine kontinuierliche Drehung zu einer Seite auf, dennoch ist diese stetige Drehung zu einer Seite von vielen kleineren Winddrehungen nach beiden Seiten überlagert. Dieses Windmuster ist zwar am schwierigsten zu erkennen, aber die richtige Strategie auf dieses Windmuster ist relativ einfach.

Am Vorwind

Am Vorwindkurs gelten die gleichen Regeln wie bei einer stetigen Winddrehung. Den kleinen oszillierenden Winddrehungen sollten wir keine Bedeutung schenken und uns auf die große kontinuierliche Winddrehung konzentrieren. Dreht der Wind nach rechts, segeln wir zuerst einen Steuerbordschlag auf die rechte Bahnseite. Dreht der Wind nach links, segeln wir zuerst einen Backbordschlag auf die linke Bahnseite.

Natürlich dürfen wir auch nicht das generelle Vorwindprinzip außer Acht lassen: Segle dort , wo der stärkste Wind zu erwarten ist.

nach oben

Keine Ahnung wie der Wind wird

Auf der Kreuz

Wie kann das passieren? Nicht immer lässt sich aus unseren Windaufzeichnungen ein Windmuster erkennen. Oder noch trivialer: Wir haben - aus welchem Grund auch immer - keine Zeit gehabt Windaufzeichnungen zu machen. In diesem Fall gibt es eine einfache Grundregel: Wir segeln immer den Schlag der uns näher zur Boje bringt.
Die Theorie hinter dieser Grundregel ist folgende:

Falls die Wettfahrtleitung die Boje genau in Richtung des mittleren Windes gelegt hat, befinden wir uns immer im Lift, wenn wir immer den Schlag segeln der uns näher zur Boje bringt. Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, dass wir mehr im Zentrum der Bahn bleiben und nicht zu nah an die Layline kommen. Damit haben wir Handlungsspielraum und können auf Windänderungen reagieren.

Die folgende Animation zeigt ein Beipiel wie oben beschrieben: Der Wind pendelt gleichmäßig zwischen 340 und 20 Grad. Der mittlere Wind kommt aus 0 Grad, die Luvbahnmarke liegt genau auf 0 Grad.

In der Animation sieht man deutlich, dass in diesem Fall das Boot, das nach diese einfache Regel befolgt, automatisch immer im Lift fährt und keinen Nachteil gegenüber einem Boot hat, das seine Wenden nach der mittleren Windrichtung macht.

Nicht ganz so gut funktioniert diese Taktik, wenn die Luvbahnmarke nicht in Richtung des mittleren Windes liegt, wie man in der folgenen Animation gut erkennen kann. Die nächste Bahnmarke liegt auf 0 Grad, der Wind pendelt aber jeweils um 20 Grad um die mittlere Windrichtung von 20 Grad, also zwischen 0 und 40 Grad.

 

In diesem Fall hat Boot Gelb, das immer im Lift fährt, einen klaren Vorteil gegen Boot Grün, das einfach immer den Schlag segelt, der näher zur Bahnmarke führt.

Für den Fall, dass der Wind konstant dreht, du das aber nicht erkannt hast, bleibt dir nichts anderes über als am Schluss den Holeschlag gegen den Winddreher zu segeln. Aber ich nehme an, du wirst nicht der Einzige sein.

Am Vorwind

Wenn wir nicht wissen, wie der Wind drehen wird, müssen wir versuchen immer in den Zonen mit den stärksten Böen zu bleiben. Ein guter Halsezeitpunkt ist immer dann, wenn die Bö am stärksten ist. Das erhöht zwar zumindest bei stärkeren Winden den Adrenalinausstoß, stellt aber sicher, dass wir möglichst lange in der Zone mit der stärksten Bö bleiben. Sind hinter uns keine speziellen Bereiche mit mehr Wind zu erkennen, gehen wir einfach mit dem gleichen Rezept vor, wie auf der Kreuz. Wir segeln den Schlag, der uns näher zur nächsten Bahnmarke bringt. Das ist zwar nicht immer der kürzeste Weg, aber sicher der Weg der uns mehr im Zentrum der Bahn hält und damit weiter weg von den Laylines. Und weg von den Laylines bedeutet für uns Handlungsspielraum. Egal wie der Wind dreht, können wir reagieren oder zumindest die Verluste in Grenzen halten.

nach oben