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Addendum Q

Anhang Q der Wettfahrtregeln Segeln ist derzeit nicht offizieller Bestandteil der Wettfahrtregeln, sondern ein Teil der Segelanweisungen für Regatten mit Bahnschiedsrichtern. Im Speziellen für die letzte Wettfahrt (Medail Race" der besten 10 Teilnehmer(innen).

Die jeweils aktuelle version findest du auf der ISAF Seite.

Mit dem folgenden kleinen Test kannst du überprüfen, wie weit du das Addendum Q verstanden hast.

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(wird in den nächsten Monaten fortgesetzt)

Risk Management sollte für dich kein Fremdwort sein

Nutze die Methoden des Risk Managements um deine Strategie und Taktik zu optimieren

In jeder modern geführter Firma ist das Risiko Management heute eines der wichtigsten Managementhemen. Risikomanagement bedeutet laut Wikipedia die Risiken zu identifizieren, zu analysieren und zu bewerten. Wenn wir Wettfahrten analysieren, können wir immer wieder beobachten, dass Segler dazu neigen, trotz ihrer Erfahrungen, Strategien und Taktiken anzuwenden, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu einer Platzverschlechterung führen.

Die Spieler

Wer kennt sie nicht:, die Segler, die auf der Kreuz immer an einer der Laylines zu finden sind, die am Vorwindkurs als erstes Booot halsen und von allen anderen wegfahren. Natürlich gibt es eine kleine Chance, dass ihre Strategie aufgeht und sie eine außerordentliche Platzverbesserung erreichen. Wahrscheinlich war die angewandte Strategie auch schon irgendwann erfolgreich. Genau daran erinnern sie sich, wenn sie sich immer wieder für eine hochriskante Strategie entscheiden. Der Mensch neigt dazu Misserfolge zu verdrängen. Deshalb sind auch die Erinnerungen an schlechte Kreuzen verblasst, man erinnert sich einfach nicht daran, wie oft es vorgekommen ist, dass man viele Plätze verloren hat, nur weil man eine hochriskante Variante gewählt hat.

Vergleichbar ist dieses Verhaltensmuster mit Casinobesuchern, die zwar wissen, dass sie langfristig immer verlieren werden, aber die Chance auf einen schnellen Gewinn schaltet die Vernunft aus und führt dazu, dass sie immer wieder versuchen das Glück zu erzwingen.

Regattasegler, die nach diesem Muster agieren, gewinnen manchmal einzelne Wettfahrten,  deren Verlauf sie dann jahrelang an der Clubbar zum Besten geben, bis endlich wieder nach vielen Misserfolgen ein neues Erfolgserlebnis kommt.

Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben

Eine andere Verhaltensweise vieler Regattasegler ist die Vermeidung jeden Risikos. Segler dieses Typs starten immer in zweiter Reihe, gehen jedem Zweikampf aus dem Wege und sind nur deshalb nicht immer am Ende der Liste zu finden, weil immer auch ein paar Spielertypen dabei sind. Wenn man jeden Zweikampf freiwillig aufgibt und bei jeder Bahnmarkenrundung ein paar Plätze verliert, wird man sich irgendwann am Ende des Feldes finden.

Den Umgang mit Risiken muss man lernen

Wir wissen jetzt, dass man, um erfolgreich zu sein, nicht jedem Risiko aus dem Weg gehen kann. Bewusstes Eingehen von Risiken ist in jedem Fall Voraussetzung für die Chance Platzgewinne auf der Wettfahrtbahn zu erreichen. Durch bessere Kenntnisse und Bewertung deiner Risiken wirst du in der Lage sein mehr Risiken einzugehen und damit die Chance auf Platzgewinne wahrzunehmen, ohne durch zu hohe Risiken nicht mehr wiedergutzumachende Schäden (Punkteverluste) zu erleiden.

In jedem dieser Fälle sollten wir Risiken/Chancen  und ihre Eintrittswahrscheinlichkeit kennen und gegeneinander abwägen. Welche Risiken wir eingehen, ist von der Situation und unseren Zielen abhängig. Wir sollten uns aber zu jeder Zeit bewusst sein, welche Risiken wir eingehen wollen und warum. Wir machen das natürlich ohnehin, ohne jetzt viel über Methoden nachzudenken. Ein Beispiel dafür:  In einer Wettfahrtserie in der ein Streichresultat vorgesehen ist, wird jeder der schon ein OCS oder DSQ in der Wertung hat, große Risiken in der Startphase oder in Zweikämpfen meiden.

Top-Segler wählen instinktiv eine Strategie, die auf Beobachtungen und Erfahrung beruht. Sie bewerten instinktiv alle Risiken, die sich auf einem Bahnschenkel ergeben können und ziehen alle eigenen Beobachtungen, Informationen der Trainer, zugängliche Revier- und Wetterinformationen in ihre Risikoanalyse ein.  Sie kalkulieren, ob eine bestimmte Taktik erfolgreich sein könnte und nehmen eventuell auch in Kauf, dass es schiefgehen könnte. Aber immer mit einem Plan B im Hinterkopf. Was sind die Konsequenzen, wenn es schiefgeht.

Du hast die Wahl

Ein guter Segler zu sein, bedeutet nicht nur sein Boot in jeder Situation zu beherrschen und mit maximalen VMG zu bewegen. Du muss wissen, welche Taktik in der jeweiligen Situation die geeignetste ist. Nur dann hast du die Chance richtige Entscheidungen zu treffen.

Klingt ganz einfach, nur wie ermittelt man den unvertretbaren Bereich?

Das Risikodiagramm

Das Risikodiagramm hilft die unvertretbare Handlungsalternativen zu erkennen und zukünftig aus deinen Startegieüberlegungen auszuscheiden.
Im Risikodiagramm werden die beiden wichtigsten Eigenschaften eines Risikos bewertet:

Hier ein Beispiel eines Riskodiagrammes für die taktischen Entscheidungen vor einem  Start. Unter Schaden verstehen wir den Positionsverlust, den wir erwarten, wenn etwas schief geht.

Risikoanalysediagram

Üblicherweise werden auf Risikodiagrammen drei unterschiedlich Bereiche unterschieden:

  • Grün - allgemein vertretbarer Bereich
  • Gelb - ALARP-Bereich
  • Rot - unvertretbarer Bereich

Anders ausgedrückt: Wir sollten uns bei unseren Taktikentscheidungen immer im grünen Bereich bewegen und den roten Bereich meiden.
Handlungsalternativen im gelben ALARP (as low as reasonably practicable) Bereich sollten wir nur dann in Erwägung ziehen, wenn es keine besseren Alternativen gibt.

In gewissen Situationen kann die Abwägung des zu erwartenden Nutzens einer Entscheidung dazu führen, nach sorgfältiger Überlegungen eine Handlungsalternative aus dem ALARP-Bereich auszuwählen.

Ein Beispiel:

"Start an der optimalen Position“ ist etwas, was durchaus im ersten Moment vernünftig klingt, in diesem Risikodiagramm aber ganz tief im roten Bereich aufscheint, einerseits weil der Schaden, falls das Vorhaben misslingt sehr hoch sein kann, andererseits, weil die Eintrittswahrscheinlichkeit für diesen Schaden sehr hoch ist. Die folgende Tabelle zeigt, wie wir zu dieser Einschätzung kommen:
Wir haben in diesem Risikoanalysediagramm, sowohl Schaden, als auch Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Schaden als sehr hoch bewertet.
Was kann alles passieren, wenn es uns das Vorhaben nicht gelingt:

Ich finde, dass ist eine ganze Menge an Schaden und die Verbannung der Strategie „Start an der Optimalen Position“ ganz nach oben ist gerechtfertigt.
Schauen wir uns jetzt einmal die Eintrittswahrscheinlichkeit an. Warum schätzen wir die Situation sehr hoch ein, dass ein großer Schaden eintritt:
Hier einige Faktoren dazu:

Risikodiagramme eignen sich hervorragend zur Kommunikation/Visualisierung von Risiken im Gespräch zwischen Athlet und Trainer/Betreuer. Mit Hilfe von Risikodiagrammen kann man die Athleten zu dem Thema Risiken sensibilisieren. 

Im Downloadbereich findest du eine Excelvorlage, die du verwenden kannst. Die Bewertung der einzelnen Taktikvarianten solltest du im Team mit deinen Betreuern, Trainern, Teammitgliedern etc. machen.  In Abhängigkeit von den Team Skills wird das Risikodiagramm auch bei gleichen Taktikvarianten unterschiedlich ausfallen. Auch während einer Regattaserie kann sich die Bewertung verschieben.    
Die Risikobewertung ist ein dynamischer Prozess
Mit welchem Risiko man einzelne Handlungsalternativen bewertet, ändert sich permanent. Und ist von vielen Faktoren abhängig.

Was damit gemeint ist werde ich wiederum an Hand des obigen Beispiels „Start an der optimalen Position“ erläutern.

Die Aussage „Ein Start an der optimalen Position wird sehr wahrscheinlich schief gehen und unsere Position wird sich dadurch sehr verschlechtern“ ist etwas zu allgemein um hilfreich zu sein. Welche Faktoren fallen uns zu diesem Thema ein? Hier ein paar Beispiele:

Erst nach Abwägung aller dieser Faktoren kannst du die Eintrittswahrscheinlichkeit eines misslungenen Starts, aber auch den Schaden, den ein misslungener Start verursacht abschätzen.

Je öfter du dich in der Theorie mit Risikobewertungen beschäftigst, desto automatischer wirst du in einer Wettfahrt die „richtigen“ Entscheidungen treffen und unvertretbar hohe Risiken meiden.

 

Die Nachbesprechung

Mit dem Zieldurchgang ist unsere Wettfahrt noch lange nicht beendet. Wie können wir einen Nutzen aus den Erfahrungen der letzten Wettfahrt, oder des Wettkampftages ziehen?

Zwischen den Wettfahrten

Nach einer Wettfahrt geht es einmal um eine erste Einschätzung des Resultates. Ist alles gut gelaufen, wird unser Selbstbewusstsein davon profitieren und wir werden automatisch gestärkt in die nächsten Wettfahrten gehen. Doch was ist, wenn die Wettfahrt nur durchschnittlich, oder sogar schlecht gelaufen ist. Wie können wir ein schlechtes Resultat psychisch gut wegstecken. Wie uns für die nächste Wettfahrt motivieren? Natürlich ist in so einem Moment ein psychologisch geschulter Trainer am Motorboot von Vorteil. Aber auch ohne Trainer können wir einiges tun, um uns für die nächsten Wettfahrten zu motivieren.

Ist man nicht allein am Boot, sollte man gemeinsam mit den Mitseglern die letzte Wettfahrt Revue passieren lassen. Bist du allein am Boot, musst du das alles mit dir selbst ausmachen (aber das hat den Vorteil, dass dir niemand widersprechen kann). in jedem Fall fahr ein wenig aus dem Trubel, versuche eine möglichst entspannte Position zu finden und reflektiere noch mal kurz das letzte Rennen. Was war positiv, was war negativ. Wo hast du unnötig Plätze verloren und warum.

Tipp: Verzettle dich nicht in Details. Versuche ein oder zwei Fehler herauszugreifen, die du in der nächsten Wettfahrt vermeiden willst.

Denke dann an die positiven Erlebnisse in der Wettfahrt davor und wie es gewesen wäre, wenn du ein zwei große Fehler nicht gemacht hättest. Also was spricht dagegen, in der nächsten Wettfahrt ein (noch) besseres Ergebnis zu erzielen. Du weißt wie es geht, du hast einen Plan und du wartest schon sehnsüchtig auf den nächsten Start, weil du möchtest dein Können zeigen und du weißt, dass du den größten Fehler, der dir in der vorigen Wettfahrt passiert ist, nicht nochmals machen wirst.

Am Abend

Der Wettfahrttag ist zu Ende, dein Boot ist für den nächsten Tag startklar, du bist geduscht, du warst beim schwarzen Brett und musst dich nicht auf irgendwelche Protestverhandlungen vorbereiten. Jetzt ist Zeit für eine ausführliche Nachbesprechung mit deinen Mitseglern und Trainer/Betreuer.

Jeder einzelne Rennabschnitt sollte wiederholt und ausführlich besprochen werden. Konzentriere dich nicht auf Fehler, auch gelungene Aktionen sind wichtig zu rekapitulieren. Schließlich willst du ja die guten Aktionen möglichst oft wiederholen. Lege großen Wert darauf zu erkennen wie der optimale Weg in den einzelnen Wettfahrten war und wie du das erkannt hast, oder wie du das erkennen hättest können. Natürlich ist es leicht im Nachhinein zu sagen, wie die optimale Taktik für eine Wettfahrt gewesen wäre. Aber war das wirklich während der Wettfahrt zu erkennen? Hast du eindeutige Hinweise in den Wind geschlagen?

Nicht immer kann man erkennen warum manches funktioniert und anderes nicht. Macht nichts. Konzentriere dich auf die Abschnitte, wo du erkannt hast was gut, oder was schlecht war. Versuche in Zukunft erkannte Fehler zu vermeiden und das was gut war so oft zu wiederholen, bis es zu einem automatisierten Verhalten wird.

Manche (schlechte) Trainer versuchen sich mit Aussagen zu profilieren wie: „Das hat man doch gesehen", „Das war doch klar". Das kann man schnell abstellen, wenn man genau hinterfragt, warum man das gesehen hat und warum etwas so klar war. Dieser Diskussion sollte man auf keinen Fall aus dem Weg gehen.

Oft ist die Wahrnehmung aus dem Regattaboot eine gänzlich andere wie die aus dem Coachboot. Eine Diskussion über diese zwei Wirklichkeiten kann helfen die Situation beim nächsten Mal besser einschätzen zu können.

Vergiss nicht alle deine Erkenntnisse in dein Segeltagebuch; einzutragen. Dein Gedächtnis und auch das deines Coaches ist nicht ohne Grenzen. Man kann vieles im Kopf behalten, aber manchmal ist es besser in seiner eigenen Datenbank zu rechergieren.

Modellboote machen Nachbesprechungen effizienter

Es gibt sie in unterschiedlichen Varianten und du kennst sie von Protestverhandlungen. Jurymitglieder verwenden sie um eine Situation am Regattakurs nachstellen zu lassen. Meist werden diese Modelle von der Jury gestellt, aber die wenigsten Segler haben welche in ihrem Regattagepäck.  Meist werden bei der Nachbesprechung Zigarettenschachteln, Bic Feuerzeuge, Salzstreuer oder ähnliche Tools als Bojen und Modellboote missbraucht.

Viel eleganter lassen sich Situationen mit den Modellbooten nachstellen und auch mittels Handykamera dokumentieren.

Situation am der Luvbahnmarke

Achte darauf, dass die Schiffe magnetisch sind. Modellboote mit einem magnetischen Unterwasserschiff haften super auf Flipcharts (du musst nur das Papier entfernen). Da kann man selbst für größere Gruppen Situationen gut nachstellen.

In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass diese magnetischen Modellboote gar nicht so leicht zu bekommen sind. Deshalb hier zwei Bezugsquellen (es gibt aber sicher noch ein paar andere):

http://2sail.com/shop/trainingszubehoer/sail-dummies-maxi-pack/ und
http://www.sailsupportservice.at/product_info.php/info/p433_Magnetschiffe-Set.html

Musterpackung

 

Tipps zum Saisonstart!

von Alfred Pelinka

Die Luft wird milder, der Schnee schmilzt, Schi oder Snowboard werden in die Ecke gestellt, weil die eigentliche Passion, das (Regatta)Segeln wieder zum zentralen Thema wird.

Was gilt es jetzt für Fehler zu vermeiden und was sind die effizientesten ersten Schritte am Wasser in der neuen Saison? Die Zeit zur ersten Regatta ist knapp?

Hier meine Vorschläge:
  1. Die Skigymnastik ungebrochen als Segelgymnastik fortsetzen! - Fit is fast!
  2. Ziele formulieren – am besten aus der Analyse der vergangenen Saison Ziele ableiten (z.B. „Wir wollen bei den Wenden keine Geschwindigkeit verlieren“ – messbar, dokumentierbar (z.B. mit Velocitek) und daher objektivierbar, oder  „Wir wollen, wenn die Startlinie links begünstigt ist zu 80% das Pinend gewinnen (das Boot neben der Boje sein)“).
    Danach erst die (realistischen) ergebnisorientieren Ziele („Wir wollen unter den ersten drei bei der Meisterschaft sein.“) bestimmen – die dazu nötigen Voraussetzungen und Faktoren (z.B. ideales Mannschaftsgewicht, saubere Starts, no letters - no double numbers, usf.) bestimmen und dokumentieren.
    Alle Ziele festhalten (aufschreiben!!!) damit sie in der Wettkampfvorbereitung präsent sind und für die Analyse nach der Saison zur Verfügung stehen!
    Zielvereinbarung mit der gesamten Mannschaft treffen und dokumentieren!
  3. Rekapitulation der Regeln mit Aufarbeitung unklarer Situationen aus dem Vorjahr (jedenfalls das ganze Team zusammen, eventuell mit einem „Profi“).
  4. Wie kann ich das Boot so leicht wie möglich machen? Der wichtigste Schlüssel zu ein paar Promille extra Speed….
  5. Was hat in der vergangenen Saison öfter Probleme gemacht? (das „automatische“ Spifall, die „unendliche“ Fockschot) und warum? – Handle nach dem KISS Grundsatz (keep it simple and stupid!)
  6. Was haben die (erfolgreichen) Mitbewerber für Systeme verwendet? – Passen diese auch bei uns aufs Boot. Nicht immer ist es sinnvoll Gute Systeme zu kopieren. Sie müssen auch zur Kompetenz der Mannschaft passen.
  7. KOMPLETTER CHECK – nicht einmal, nein, zwei- dreimal alles durchgehen: Fallen, stehendes Rigg, Schoten, Blöcke – natürlich wird das ohnehin nach jedem (??? !!!) Regattatag gemacht, aber vor der Saison ist es besonders wichtig, mögliche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern  (Warum ist das neue Fockfall schon wieder an genau dieser Stelle durchgescheuert? Wie viele Sonnenstunden hat das PBO Fall? Nichts ist unnötiger und ärgerlicher, als auch nur ein einziger durch (möglicherweise vermeidbaren) Materialbruch verlorener Punkt.
  8. Sind Unterwasserschiff, Abrisskante und vor allem Schwert(Kiel) und Ruder in perfektem Zustand? Anström- und Abrisskanten, Symmetrie der Foils, Schwertlippen (Übergang Kiel – Rumpf, Finne- Bombe) sind akribisch zu kontrollieren und – falls nötig/möglich – zu optimieren! Das ist vielleicht der wichtigste Punkt überhaupt und oft der Schlüssel zu mehr Geschwindigkeit.
  9. Gibt es auf den Regattabahnen (international) Neuerungen und/oder Informationen, die eventuell auch auf mein Revier und meine Klasse passen? Also Fachartikel Recherche (Internationale Websites der betreffenden Klasse – ausländische Klassenvereinigungen und/oder Teamsites(!), Segelmacher Seiten mit klassenspezifischen Informationen  sowie z.B. http://www.thedailysail.com/index.php , http://sailinganarchy.com , http://www.sailingscuttlebutt.com  (hier ein Beispiel für Melges24: http://www.sailingscuttlebutt.com/2014/01/08/melges-24-making-changes-help/) und http://segelreporter.com  studieren – nach spezifischen Informationen durchsuchen,  dazu noch http://www.seahorsemagazine.com , http://www.sailmagazine.com  und natürlich auch Yachtrevue, usf.
    Immer wichtiger werden auch die "social media" (so wie im richtigen Leben, ist auf youtube, facebook, instagram und Co die Hemmschwelle sehr nieder, sonst „interne“ Informationen preiszugeben).
  10. Was ist getauscht worden Schoten, Fallen, Strecker, Wanten, usf.  – passen die Referenzpunkte vom letzten Jahr noch? z.B. ein neuer Niederholer ist – bei aller Genauigkeit – doch nicht exakt gleich lang wie der alte und daher sind auch die Messmarken dafür zu überprüfen – sonst droht schwerer Frust, weil das Boot nicht so fährt wie letztes Jahr.
Am Wasser:
  1. Aus den Zielen (siehe Punkt 2 von oben) „Trainingsschwerpunkte“ festlegen.
  2. Auf jedem Niveau und unter allen Bedingungen ist Bootsbeherrschung (z.B. immer jedes Manöver ausführen zu können) und Bootsführung (z.B. immer stabiler Krängungswinkel) der wesentliche Schlüssel zum Erfolg.
  3. Durchgehen der Abläufe (an Land und/oder langsam (!!!) am Wasser) – Alles rund oder eckt es wo, wenn ja warum?
  4. Ablaufstruktur kommuniziert, festgelegt und umgesetzt?
  5. Play Book RC44 WendeHilfreich dazu sind Playbooks – es ist immer hilfreich einen standardisierten Ablauf (der sich ständig weiter entwickeln kann und muss!) der einzelnen Manöver zur Hand zu haben – Arbeitsbeschreibung Kartusha Off Side Trimmerkeinesfall, um jemand die Schuld zuweisen zu können, warum etwas nicht funktioniert hat, sondern um Aufgaben und Verantwortlichkeiten zuweisen zu können und vor Allem zu wissen, wer Zeit und Möglichkeit hat, wenn ein Fehler passiert, diesen auszubessern. 
  6. Analyse (Video am Boot?), Verbesserungspotenziale erkennen?
  7. Wichtig in jeder Klasse: Beschleunigen beim Start und aus Manövern (Wenden, Halsen, Bojen)  - Übungen dazu: Achter Segeln mit 2 Bojen (wenden und halsen), gezeiteter  Start an einer Boje,….
  8. Bootsbeherrschung: dazu zuerst Manöver in Ruhe, dann langsam, dann als erste Steigerung um Bojen und dann mit mehr Stress (kurzer Manöverkurs, alle Eventualitäten durchspielen – auch wenn die „nie“ vorkommen (z.B. tack-gybe-set und gybe-drop-tack))
    Wichtig dabei: Rhythmus der Mannschaft bei Manövern allgemein - Bewegen wie eine einzelne Person, „blindes“ Beherrschen der Abläufe.
  9. Neues Material? Mast, Segel, Setting neu? Was war die Idee dazu (gleiches wieder zu bekommen?, neues Design?, Übernahme der Idee eines Mitbewerbers?)
    Dabei unabdingbar: Vergleich mit (offenem, ehrlichen, fokussierten) Trainingspartner, möglichst mit Beobachter (Coach) von außen. – UNBEDINGT: Ergebnisse OBJEKTIVIEREN und DOKUMENTIEREN.
  10. Rechtzeitige Auswahl der „Einser Garnitur“, des Base Settings und Cross Over Bereiches der Segel – und danach darauf vertrauen (wenn auch evolutionär).
  11. Jede Minute am Wasser mit 100 Prozent Einsatz segeln! Einhaltung der strikten Trennung von „Segeln“ und „Pause“!
  12. Spass und Freude an der Sache an sich behalten.

 

Was braucht der Coach

Die folgende Liste wurde von Erfolgscoach Alfred Pelinka zusammengestellt.

Ein gutes RIB, ein guter Motor, ausreichend Benzin. Darauf achten die meisten Coaches. Doch wie schaut es mit der weiteren Ausrüstung aus? Was gehört noch auf das RIB, was ist verzichtbar. Die folgende Auflistung ist nach Wichtigkeit sortiert.  

Was Wofür Warum Woher
Messer und Drahtseilschere Sicherheit Kann Leben retten Fachhandel, aber es muss täglich auf Funktionalität geürüft werden! NICHT EINGEROSTET!
4 Bojen mit Anker Für alle Übungen Kann als treibende und verankerte Boje eingesetzt werden http://www.plastimo.com Regatta Training Mark, Katalog Seite 183, Anker – einfach in der Handhabung Mushroom Anker! z.B. von http://www.amazon.de/Danielson-Mushroom-Coat-Anchor-Pfund/dp/B008BRN76I
Wetnotes und/oder Diktiergerät Aufzeichnungen Wetnotes sind einfacher in der Nachbesprechung z.B. http://www.sailsupportservice.at/ oder auch One Sails, Harken, North Sails, Amazon,…
Windmesser - Handheld oder am RIB integriert (z.B. Tacktick oder Airmar) Windmessen, Analyse Revier und Feedback an Meteorologen Zum Verständnis was und warum etwas am Wasser passiert Fachhandel (z.B. Silva ADC – mit Speicher), Tacktick Coach Boot Pack: http://www.marinebusiness-world.com/index.cfm?nid=82722
Peilkompass Windrichtung, Startlinie Peilen Dokumentation für Analyse Der Plastimo Klassiker, für Taktiker und  Coaches z.B. von http://www.marinestore.de/de/peilkompass-plastimo-iris-50.html
Funkgeräte – mit Headsets Kommunikation Rasches und unmittelbares Feedback, sowie die Chance auch Infos vom Boot sofort zu erhalten Unzählige Anbieter, z.B. Motorola, etc. unbedingt auf die IPX7 Norm achten!
Video Kamera Dokumentation Wichtig: klein und handlich, immer „schussbereit“ zum Festhalten relevanter Situationen an Bojen, beim Start, bei Manövern z.B. Panasonic http://www.panasonic.de/html/de_DE/Produkte/Camcorder/Active+Camcorder/HX-WA30/Übersicht/11425676/index.html Tablet mit Schutzhülle (Vorteil: sofort gemeinsam betrachtbar – Protestsituationen!)
Fernglas – wenn möglich mit Stabilisator      
Tide Stick – plus entsprechender App Oberflächen-strömung im Wasser messen Wichtige Information für Segler Strömungsmesser - selbst gebaut aus Installations Rohr (http://www.bosy-online.de/Rohrleitungen/AS-Rohre.jpg ) und Schwimmhilfe (http://www.filimo.de/pool-nudel.html ) mit Gewichten aus dem Tauchshop ausbalanciert, dass nur 2-3 cm aus dem Wasser schauen. Apps zur Messung ohne fixe Boje z.B. von Cosworth: https://itunes.apple.com/gb/app/tide-app/id596796178?mt=8
Spiegelreflex Kamera Dokumentation des Blicks von Außen Wiederfinden der Einstellungen, Hilfe für Segel Design Brennweite 300mm und besser Telezoom statt Fixbrennweite
Computer und Beamer für Auswertung      

 

Doch damit nicht genug. Für effektive Trainingsarbeit braucht es auch einige Gegenstände zusätzlich auf den Booten unserer Schützlinge. Hier eine kleine Auswahl von sinnvollen Dingen, die während des Trainings am Segelboot sein sollten:

Was Wofür Warum Woher
Funkgerät mit Headset Kommunikation Kommunikation mit Coach! s.o.
Velocitek Pro Start Training Startlinien (Zeit und Distanz), Speed, bei Verwendung auf mehreren Booten: Analyse von Wettfahrten http://www.velocitek.com
Go Pro Training System für komplette Datenanalyse Datenanalyse von Wind über Geschwindigkeit bis Ruderwinkel udglm. Mehr Info unter:
http://row.cosworth.com/products/marine/performance-sailing/pi-garda-data-logger/

 

Taktik bei Protestverhandlungen

Im Gegensatz zu den meisten  anderen Sportarten gilt beim Segelsport üblicherweise die Selbstkontrolle. Wir selbst sind für die Einhaltung der Regeln verantwortlich. Wenn sich jemand nicht an die Regeln hält, wird er üblicherweise nicht von den Schiedsrichtern bestraft, sondern die Verantwortung liegt in den meisten Fällen bei uns. Um die Einhaltung der Regeln sicherzustellen, sollte man Regelverstöße nicht so einfach hinnehmen, sondern dagegen protestieren. Doch wie meist, gilt auch in diesem Bereich. Übung macht den Meister, Ohne Auseinandersetzung mit dem Thema im Vorfeld gerät man rasch in Hintertreffen. Deshalb hier ein paar Tipps:

Die plausibelste Geschichte ist die Wahrheit

Sicher hast du schon bei der einen oder anderen Protestverhandlung verloren, obwohl du vor der Verhandlung dachtest im Recht zu sein. Gehe davon aus, dass deine Story komplett anders ist, wie die deines Konkurrenten. Das hat jetzt nicht unbedingt etwas mit Unfairness, oder bewusster Lüge zu tun, sondern mit der subjektiven Wahrnehmung. Dein Gegner und du haben andere Blickwinkel, andere Perspektiven. Entfernungen und Zeiten können stressbedingt unterschiedlich wahrgenommen werden. Dazu kommt, dass jeder in seiner Situationsschilderung versucht das wegzulassen, was ihm zum Nachteil ausgelegt werden kann.

Bereite dich vor

Nach den Wettfahrtregel 63.2. muss dir ausreichend Zeit für die Vorbereitung deines Protestes gegeben werden.

Was ausreichend ist, bestimmt du und nicht die Jury.

Nutze die Zeit und überlege deine Story genau. Schreib dir Stichworte auf und überprüfe deine Story auf Plausibilität.

Die Hauptaufgabe der Jury ist die "Wahrheit" herauszufinden.

Mache es der Jury leicht deine Geschichte als "Wahrheit" zu sehen. Damit deine Geschichte zur Wahrheit wird und nicht die deines Gegners muss deine Story einigen Kriterien entsprechen:

Wirf einen Blick in das ISAF Judges Manual

Es ist immer gut auch die andere Seite zu kennen. Im Judges Manual findest du Richtlinien und Tipps für die Jury. Beachte speziell Appendix 6 (Speed table) und Appendix 7 (Boot Speed Versus Distance Tables). Diese beiden Tabellen werden gerne von Jurymitgliedern verwendet, um Aussagen der Parteien oder Zeugen zu verifizieren. Sei immer auf Fragen wie "Wie viel Sekunden vergingen zwischen dem Vorfall x und dem Ereignis y", oder ähnliches vorbereitet.

Bleib immer höflich, bleib immer nett

ist nicht nur eine Textzeile von Georg Danzer, sondern sollte auch dein Motto in einer Protestverhandlung sein. Reagiere auf Aussagen deines Protestgegners nicht emotional. Bleib immer sachlich.

Auch die Aussagen von Jurymitgliedern können einen ganz schön auf die Palme bringen. Es ist aber kontraproduktiv sich darüber aufzuregen, Ziel muss sein, ein gutes Verhandlungsergebnis zu erzielen. Also halte deine Emotionen im Zaum.

Fragen an den Zeugen

Falls du der Meinung bist ein Zeuge sagt nicht ganz die Wahrheit versuche ihn mit deinen Fragen unglaubwürdig zu machen und in Widersprüche zu verstricken. Der Zeuge war ja bei der Aussage deines Protestgegners nicht dabei. Versuche ihn zu Aussagen zu bringen, die im Widerspruch zu den Aussagen deines Protestgegners stehen.

Akzeptiere das Ergebnis

Auch wenn das Ergebnis einer Verhandlung nicht deinen Vorstellungen entspricht, solltest du es akzeptieren.

Es gibt nur eine Ausnahme: Falls die Jury die Regeln falsch anwendet, brauchst du dir das nicht gefallen zu lassen und kannst in die Berufung gehen. Keinen Sinn macht es in eine Berufung zu gehen, weil die Story die die Jury ermittelt hat, nicht mit deiner Version übereinstimmt.

Sprich mit deinem Gegner

Es gehört zum guten Ton nach einer Protestverhandlung zumindest ein paar nette Worte mit dem Protestgegner zu wechseln, oder gemeinsam ein Bier zu trinken. Einfach deshalb, weil Proteste an sich ja nichts Böses sind und zu unserem Spiel gehören.

Die gute Beziehung zu unseren Segelfreunden sollte nicht wegen einer Protestverhandlung aufs Spiel gesetzt werden. Ihr seid noch oft gemeinsam auf der Bahn und verbringt noch viele Regattatage zusammen. Segeln macht viel mehr Spaß, wenn die Stimmung bei aller sportlichen Rivalität gut ist.

 

Gribdaten

Grib Daten Viewsind komprimierte Wetterdaten, die am Rechner mittels Gribdatenviewern, oder von diversen Wetterroutingsoftwarepaketen gelesen werden können. Die Gribdaten basieren auf computergestützten Prognosemodellen. Die bekanntesten davon sind Grib.us und zyGrib. Diese Stellen betreiben Server, bei denen jeder Internetuser die Wetterdaten für ein bestimmtes Gebiet abfragen kann. Der entsprechende Gribfile wird dann am Wetterserver erstellt und dann automatisch auf den Rechner hinunter geladen.

Welche Daten stehen zu Verfügung? Die wichtigsten für uns sind die Winddaten. Für jede einzelne Zone wird der Wind in Stärke und Richtung angegeben. Die Prognose kann für jeweils 3 Stunden abgerufen werden, Zusätzlich stehen noch Informationen über Temperatur, Luftdruckverteilung, Niederschläge, Bewölkungsgrad etc. zu Verfügung. Die Abbildung links zeigt einen Bildschirmausschnitt eines mit dem US.Grib Viewer angezeigten GribFiles.

(Unerlaubter) Vortrieb

Speziell, wenn Anhang P in den Segelanweisungen vorgesehen ist, solltest du genau wissen was ist erlaubt und was ist verboten. Zur Einstimmung hier ein kleiner Quiz. Falls du den ohne Fehler abschließt, brauchst du dich mit diesem Kapitel nicht weiter beschäftigen. Der Quiz ist in Englisch und nicht übersetzt, weil es ganz wichtig ist, dass du die Fachausdrücke und ihre Bedeutung in den Protestverhandlungen, oder bei eventuellen Diskussionen mit dem Umpires auf der Bahn kennst.

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(dieser Artikel wird in den nächsten Wochen ergänzt) .

Trinken, trinken, trinken

Jetzt, wo die Temperaturen wieder klettern, ist es wichtig, sich wieder ins Gedächtnis zurückzurufen, wie wichtig regelmäßige Flüssigkeitszufuhr ist, um die Leistungsfähigkeit aufrecht erhalten zu können. 

Die Folgen eines  Flüssigkeitsmangels

Auswirkungen auf die mentale Leistung
Auswirkungen auf die physische Leistung

Die Konsequenzen des Wasserverlusts

ohne Drinken LeistungsverlustEin 80 Kilo schwerer Segler müsste nur 1,2 Kilo verlieren um negative Auswirkungen auf mentale und physische Leistungen zu spüren.

Bereits bei geringer körperlicher Anstrengung unter gemäßigten Bedingungen (18-22°) beträgt die Schweißrate ca. 400 ml pro Stunde.

Nehmen wir an, der Segler ist inklusive Anfahrt und Wartezeiten bereits 2 Stunden am Wasser bevor die Wettfahrten beginnen. In diesem Fall ist bereits am Ende der ersten Wettfahrt (also nach ca. 3 Stunden am Wasser) das kritische Limit von 1,2 Kilo erreicht. Die übliche Segelbekleidung und Segeln in warmen Gegenden verstärken diese Effekte. 

Wenn du Durst hast, ist es schon zu spät

Neueste Forschungsergebnisse belegen dass leichter Flüssigkeitsmangel die Stimmung, das Energieniveau und die Denkfähigkeit beeinträchtigen kann. Nach Meinung von Hydrationsexperten erwacht unser Durstgefühl nicht, bevor die Körpermasse um 1-2 % reduziert wurde, und die Dehydrierung schon eingesetzt hat. In diesem Stadium sind in der Regel bereits unsere mentale und physische Leistung herabgesetzt.

Der Coriolis Effekt

Der Versuch einer einfachen Erklärung

Der Coriolis Effekt erklärt viele Phänomene, die wir beim Segeln bemerken können.
Z.B.: Wenn ich Richtung Land kreuze wird der Wind nach links drehen (auf der Nordhalbkugel)

Die meisten von uns wissen, dass der Coriolis Effekt etwas mit der Ablenkung durch die Erdrotation zu tun hat. Damit ist auch klar, dass der Coriolis Efffekt am Äquator am Stärksten auftritt und in Polnähe am geringsten ist.
Doch warum das so ist, wissen die wenigsten. Ich habe auf der Seite des Massachusetts Institute of Technology MIT ein Video gefunden, das diesen Effekt sehr eindrucksvoll und einfach erklärt:

Ich glaube, wenn du dieses Video gesehen hast, ist es einfacher sich die taktischen Regeln zu merken und intuitiv anzuwenden, die durch den Coriolis Effekt erklärt werden können.

Wie können wir den Corioliseffekt in unsere Taktik mit einbeziehen

Wir wollen uns hier nicht mit den großen Luftbewegungen auf der Erde beschäftigen, auf die der Coriolis Effekt natürlich große Auswirkungen hat, sondern mit den kleinräumigen Effekten, die wir auf der Regattabahn beobachten können.

Wir wissen aus dem vorigen Kapitel, dass der Coriolis Effekt auf der Nordhalbkugel die Luftströmungen nach rechts ablenkt. Weiter wissen wir, dass der Reibungswiderstand sehr wesentlich durch die Erdoberfläche beeinflusst wird. Der Reibungswiderstand einer Landmasse ist wesentlich höher als der Reibungswiderstand einer Wasseroberfläche. Aus diesem Grund ist auch die Ablenkung des Windes durch den Corioliseffekt über Land geringer als über See. Der Wind wird also über Land weniger nach rechts abgelenkt als über der freien Wasseroberfläche.

Was können wir jetzt daraus für unsere Regattataktik lernen? Da wir uns beim Regattasegeln sehr oft in Ufernähe aufhalten, schauen wir uns die beiden folgenden Situationen im Detail an:.

Wind kommt über Land, Luvtonne liegt unter Land

Schauen wir uns die Situation auf der Graphik an:

Figure 124 Wenn der Wind ablandig ist, wird er nach links drehen je näher wir zum Ufer kommen. Aus diesem Grund wird es besser sein zuerst mit Wind von Steuerbord auf die linke Bahnseite zu segeln und nach der Wende mit Wind von Backbord von der Linksdrehung voll zu profitieren und mit dem Lift zur Luvtonne zu segeln. Auf der Graphik ist klar ersichtlich, dass das Boot das zuerst auf die linke Bahnseite fährt den kürzeren Kurs fährt (wie bei jeder Linksdrehung).

Nach der Wendemarke am Vorwind sollte man natürlich auf die gleiche Seite segeln, wo auch der am Windkurs besser war. Also den ersten Schlag mit Wind von rechts nach rechts segeln. Wenn man dann auf Grund der Winddrehung anluven muss, halsen und schon geht’s im tiefen Winkel zur Leetonne.

Die letzte Annäherung an eine Luvtonne unter Land sollte im Regelfall von links erfolgen.

Wind kommt parallel zum Land

Wir erinnern uns, dass der Coriolis Effekt den Wind nach rechts ablenkt und dass der Coriolis Effekt auf Grund des höheren Reibungswiderstands über Land geringer ist als über Wasser. Die Rechtsablenkung ist deshalb über Land geringer als über dem Wasser. Schauen wir uns das nun auf der Graphik an:

Figure 125 In Abbildung 125 sehen wir auf der linken Seite bewegen sich die Luffteilchen aufeinander zu. Es bildet sich eine Konvergenzzone. Auf dieser Seite ist deshalb mehr Wind zu erwarten. Auf der rechten Seite bewegen sich die Windpfeile auseinander. Es bildet sich eine Divergenzzone. Auf dieser Seite müssen wir mit weniger Wind rechnen.

Natürlich treten diese Effekte auch auf, wenn wir nur an einer Seite Land haben. Die folgende Tabelle zeigt uns, was wir erwarten können, wenn der Wind parallel zum Ufer weht.


Kurs

Land

Was erwarten wir

Upwind

Links

Mehr Wind am Ufer

Upwind

Rechts

Weniger Wind am Ufer

Downwind

Links

Weniger Wind am Ufer

Downwind

Rechts

Mehr Wind am Ufer

Es gibt beim Segeln keine Kochrezepte

Der Coriolis Effekt ist natürlich nur ein Aspekt, den du beim Segeln in Ufernähe beachten solltest. Der Coriolis Effekt kann Winddrehungen bis zu 30 Grad ausmachen, dennoch gibt es gerade im Uferbereich noch viele andere Effekte, die zu beachten sind und die den Coriolis Effekt überlagern können. Schau dir die Küstenlinie an, die Gebäude und natürlich auch das Wolkenbild. Wenn eine Wolke auf der rechten Seite des Kurses steht, ist es wahrscheinlich nicht sinnvoll nach links zu fahren und auf den Coriolis Dreher zu hoffen, während rechts deine Konkurrenten mit den Böen aus der Wolke vorbeiziehen.

Wie weit dieser Effekt auf das Wasser hinausgeht ist von unterschiedlichsten Faktoren abhängig. Am besten vor der Wettfahrt beim Raussegeln checken, oder den Coach nach Luv, bzw. zum Ufer schicken. Der Effekt kann sogar so großräumig sein, dass er über die Größe der heute üblichen kurzen Regattakurse hinausgeht.  In diesem Fall merkst du gar nichts vom Coriolis Effekt.

Auf der Südhalbkugel ist natürlich wieder alles anders

Der Wind dreht über dem Wasser nach rechts. Die Annäherung an eine unter Land gelegene Luvtonne sollte deshalb über rechts erfolgen. Auch alle anderen Überlegungen, die wir in diesem Kapitel angestellt haben gelten so natürlich nur auf der Nordhalbkugel.

Ohne mentale Stärke kein Erfolg

Bild Bobby Jones„Wettkampf - Golf spielt sich zwischen den Ohren ab“. Dieses Zitat von Golf Legende Bobby Jones lässt sich auf jeden komplexen Sport anwenden; und wie wir wissen ist Wettkampfsegeln eine der komplexesten Sportarten die es überhaupt gibt.

Im Spitzensegelsport sind die Unterschiede in der Bootstechnik und in der Wettkampftaktik sehr gering. Viele Wettkämpfe werden nicht durch rationale Überlegungen und durch bessere Technik entschieden, sondern durch mentale Stärke. Noch mehr Wettfahrten werden zwischen den Ohren verloren. Mein Trainer hat mir einmal am Beginn meiner Segelkarriere gesagt, nachdem ich einen Sieg am Schlag ins Ziel  aus der Hand gegeben hatte: „Richtig gut bist du erst, wenn du nervös wirst, wenn du einmal hinten bist.“ Wer kennt sie nicht, die Typen die eine Serie mit guten Resultaten beginnen, ein Stockerlplatz ist in Aussicht und bei den letzten Finalwettfahrten segeln sie verkrampft und nichts funktioniert mehr.

Was kannst du tun, wenn du dich hier wiedererkennst. Natürlich ist das Beste mit einem eigenen Mentaltrainer zu arbeiten. Aber nicht jeder Mentaltrainer ist für jeden Athleten geeignet. Es gibt keinen „besten“ Mentaltrainer. Du musst deinem Mentaltrainer vertrauen! Nur dann wirst du offen mit ihm sprechen und er kann dir helfen mit mentaler Stärke deine Ergebnisse zu verbessern.

Nicht alle Segler können sich einen Mentaltrainer leisten. Deshalb hier noch drei Tipps, die du leicht umsetzen kannst und die dir vielleicht helfen die mentale Stärke zu erlangen, die man braucht um optimale Ergebnisse zu bringen.

Führe ein Erfolgstagebuch

An anderer Stelle haben wir schon über das Segeltagebuch geschrieben. Hier ist allerdings etwas Anderes gemeint. Hier geht es um die kleinen und großen Leistungen des Alltags. Den häufiger richten wir unser Hauptaugenmerk auf unsere Schwächen und Misserfolge. Die guten Leistungen gehen dabei oft unter. Auch kleine Erfolge sind wichtig! Schreibe dein Erfolgstagebuch so konkret wie möglich. Falsch wäre es zu schreiben: „Heute hat mich mein Trainer gelobt“, sondern „Uns sind heute im Training eine Reihe von sehr guten Rollwenden geglückt. Unser Trainer meint, wir sind in diesem Bereich auf einem Level mit den Besten der Welt.“

Was bringt ein Erfolgstagebuch?

Ein Erfolgstagebuch weckt das Bewusstsein für unsere Stärken, verbessert unser Selbstbewusstsein und protokolliert unsere Leistungen. Außerdem fühlt man sich einfach gut, wenn man ab und zu in diesem Tagebuch blättert.

Was du dir vorstellst wird Realität

Stelle dir deinen Erfolg vor und er wird Realität. Stelle dir Probleme vor und sie werden Realität. Morgen ist starker Wind angesagt. Bei Starkwind bin ich in den letzten beiden Wettfahrten gekentert. Wenn das deine Gedanken sind, ist eine Kenterung schon vorprogrammiert. Du musst positiv denken und dir schöne Sachen vorstellen. Nur so kannst du zur mentalen Stärke kommen. Foto AgessiAndrew Agassi hat nach seinem ersten Wimbledon Sieg gesagt: „Ich habe Wimbledon schon 10.000 Mal im Kopf gewonnen“.  1987 wurde daraus zum ersten Mal Realität. Am besten nützt du die Zeit vor dem Einschlafen um dir vorzustellen, wie du die Gegner souverän unter Kontrolle hast und unter dem Jubel der Zuschauer als Sieger ins Ziel fährst. Aber auch lange Autofahrten eignen sich hervorragend um positive Gedanken zu entwickeln, perfekte Manöverabläufe oder taktische Varianten durchzuspielen  

Kauf dir ein gutes Buch

Es gibt eine Reihe von Mentaltrainingsbüchern. Nimm dir einmal einen halben Tag Zeit und gehe in eine große Buchhandlung und schmökere in den einschlägigen Titeln herum. Auch beim Buch gilt das gleiche wie bei Mentaltrainern. Du musst Vertrauen zum Autor und zu den Inhalten haben. Deshalb nimm dir Zeit und kaufe nicht eine Reihe von Büchern im Internet, die dann in deinem Bücherregal verstauben.

Egal, was du machst. Mach was. Wichtig ist, dir bewusst zu machen, dass mentale Stärke genauso wichtig oder sogar wichtiger ist, als alle anderen Erfolgsfaktoren im Spitzensport.

Daumen x PI war gestern
heute braucht es PI x Daumen

nach einer Idee von Wolfgang Mayrhofer (im österreichischen Segelverband verantwortlich für Spitzen- und Leistungssport)

Natürlich hat das Bauchgefühl im Spitzensport seinen Platz. Nicht alles kann von der Wissenschaft erklärt werden. Doch zuerst gilt es die gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis zu erarbeiten, zu verstehen und anzuwenden. Das gilt ganz besonders für den äußerst komplexen Segelsport.

Dann erst kommt das persönliches Gefühl, deine Meinung.

Wie wirst du erfolgreich/noch erfolgreicher

Spitzensegeln ist mehr als Segeln. Du musst die gesicherten Erkenntnisse aus ‚allen' wissenschaftlichen Disziplinen berücksichtigen und in dein Training integrieren.

 

 

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