Das neue Regelbuch,

welches ab 1.1.2017 angewendet wird findest du hier auf der World Sailing Seite. Wie in allen vorhergehenden Regelbüchern sind alle Änderungen zur letzten Ausgabe mit senkrechten Strichen an der Seite markiert. Aber das hilft dir nur wenig, außer du kannst die alten Regeln auswendig ;-). Die senkrechten Striche sagen ja nicht aus, was sich an den Regeln geändert hat. Aber auch wenn du das alte Regelbuch vor dir hast und den Text vergleichst, ist es schwierig herauszufinden warum eine Änderung gemacht wurde.

Aus diesem Grund empfehlen wir dir die Study Version der Wettfahrtregeln auf der World Sailing Seite. Dieses Dokument zeigt alle Änderungen in rot. Zusätzlich gibt es bei den meisten Änderungen einen Link zum Antrag für diese Änderung. Zum Antrag für diese Änderung kommst du mit einem Link der auf dem letzten Wort der Änderung hinterlegt ist (in blau). Dort kannst du nachlesen warum eine Änderung der entsprechenden Regel bantragt wurde.

Auf der Study Version findest du zwar jede Menge rot, aber daraus zu schließen dass die neuen Regeln unser Spiel verändern wäre falsch. Für die meisten Segler hat sich nahezu nichts verändert.

Eine gute Zusammenfassung aller Änderungen findest du im Kommentar von Dave Perry.

Für alle, die sich auf Deutsch leichter tun gibt es hier den Link zu einer Präsentation von Uli Finckh.

Wichtige Anmerkung zur deutschen Übersetzung der RRS 2017-2020

Wir weisen alle, die mit der offiziellen deutschen Übersetzung gearbeitet haben darauf hin, dass auch bei den nicht geänderten Regeln die deutsche Übersetzung verbessert wurde und Übersetzungsfehler ausgebessert wurden. Die gravierendste Übersetzungsänderung ist der neu eingeführte deutsche Begriff "Schlag" als deutsche Übersetzung für "tack". Dadurch wurden die sperrigen Begriffe wie "mit Wind von Backbord", oder mit "Wind von Steuerbord" obsolet. Alerdings sind diese Begriffe in der Übersetzung noch immer in Klammer angeführt. Ich nehme an bei der nächsten Übersetzung wird man sie dann endgültig entsorgen.

Vielleicht gelingt es jetzt endlich die historischen Begriffe Backbordbug, Steuerbordbug, Backbordschoten und Steuerbordschoten aus dem Gedächnis und der Umgangssprache zu verbannen. Steuerbordschlag bedeutet Segeln mit Wind von Steuerbord und Backbordschlag segeln mit Wind von Backbord und das war's.

Auch wir werden bei der nächsten Überarbeitung unserer Taktikseiten die bisher sperrigen Begriffe durch die neuen Begriffe ersetzen.

Präambel

Ursprünglich sollte diese Seite wirklich nur die wichtigsten Regeln enthalten. Die einzelnen Regeln sind zwar einfach zu verstehen, der Leser kann aber nur profitieren, wenn die Zusammenhänge und die Anwendung der Regeln auf einzelne Situationen dargestellt werden. Deshalb hat diese Seite eine Entwicklung genommen, die so eigentlich nicht geplant war. Immer mehr Fälle mussten dargestellt werden, um nicht zu oberflächlich auf Segelschulniveau zu bleiben. Die Seite wurde immer umfangreicher, obwohl derzeit noch lange nicht alle Regelaspekte berücksichtigt sind. Aus diesen Gründen und auf Grund des hohen Interesses an diesem Thema haben wir uns entschlossen diese Seite doch wesentlich umfangreicher zu gestalten, als ursprünglich geplant. Vielleicht verwirren wir dadurch den Regattaeinsteiger. Andererseits wird diese Seite dadurch auch für die ambitionierten Regattasegler interessanter und das ist ja eigentlich unsere Zielgruppe.

Diese Seite ist noch lange nicht fertig. Wir glauben aber, dass die derzeitigen Inhalte dieser Seite für Regattasegeler interessant genug sind, um eine Veröffentlichung dieser "Baustelle" zu rechtfertigen.

Rules - Crash Course

Die folgenden Texte beziehen sich auf die RRS 2017-2020. Wir weisen aber nur in den wenigsten Fällen auf Änderungen gegenüber den vorhergehenden Regeln hin. Falls du wissen willst, was sich gegenüber den RRS 2013-2016 geändert hat, empfehlen wir dir den Kommentar von Dave Perry.

Eine gute Kenntnis der Wettfahrtregeln ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung deiner Strategie und Taktik. Wenn du während einer Wettfahrt öfter nachdenken musst, welches Boot eigentlich Wegerecht hat, dann solltest du ausgiebig an diesem Thema arbeiten.

Auf dieser Seite findest du die wichtigsten Regeln. Den Teil 2 (When boats meet) der Wettfahrregeln kennen die meisten Regattasegler zumindest inhaltlich ziemlich genau, aber der Teil Zwei ist nur 6 Seiten, das Regelbuch ist aber 178 Seiten dick. Natürlich gibt es Abschnitte, die spezielle Regeln für spezielle Formen des Segelns beinhaltet; z.B. Anhang B, C, D, E, F. Solange ich nicht Kiteboarder bin, muss ich mich nicht mit Anhang F beschäftigen. Aber alles Andere ist für dich mehr oder weniger wichtig. Viele werden einwenden, dass man das meiste davon nur am Land braucht, z.B. bei Protesten. Das stimmt nur sehr eingeschränkt. Erst kürzlich bei einer großen Jugendregatta wussten viele Teilnehmer nicht den Inhalt von Appendix P, wurden zweimal von der Jury bestraft, gaben aber die Wettfahrt nicht auf, sondern entlasteten sich mittels two turn penalties und wunderten sich dann, dass sie für die betreffende Wettfahrt als DNE (nicht streichbar) gewertet wurden.

Alle Zitate aus den WR und dem Casebook sind in grüner Schrift. Auf Grund der eindeutigen Kennzeichnung der Zitate durch die Schrift wird auf Anführungszeichen verzichtet.

Aus folgenden Gründen werden auch auf dieser deutschen Seite alle Wettfahrtregeln und Cases in Englisch und Deutsch zitiert: Die deutschen Zitate sind derzeit noch aus den bis 31.12.2012 gültigen Regeln, da bis jetzt keine offizielle Übersetzung der Regeln vorliegt.

Aus folgenden Grünen empfehlen aber ohnedies ausschließlich den englischen Regeltext zu verwenden.

Ich habe erst vor Kurzem bei diversen Protestverhandlungen anlässlich einer sehr großen internationalen Jugendregatta gesehen, wie schwer sich deutsche Teilnehmer tun, die keine Ahnung von den englischen Fachausdrücken haben und den Aussagen der Protestgegner und Zeugen nur sehr schwer folgen konnten.

Falls du bisher mit der deutschen Übersetzung gearbeitet hast, wären die neuen ab 1.1.2017 gültigen Regeln eine gute Gelegenheit auf die englischen Regeln umzusteigen, speziell dann, wenn du internationale Regatten segelst.

Wir verwenden auf dieser Seite auch im deutschen "Case" und nicht "Fall", weil auch deutschsprachige Race Officials diesen Ausdruck im Deutschen gebrauchen.

Was gibt es sonst noch außer den Wettfahrtregeln

Die Wettfahrtregeln sind zu vergleichen mit einem Gesetz. Wie bei jedem Gesetz gibt es auch bei den Wettfahrtregeln unterschiedliche Auslegungen. Aus diesem Grunde veröffentlicht die ISAF das sogenannte "Case Book" Hier sind interessante Fälle, die an die ISAF herangetragen wurden veröffentlicht. Diese Cases sind für die Jurys bindend. Ähnlich wie im Zivilleben Oberstgerichtliche Entscheidungen. Wir werden bei den Erläuterungen der Regeln immer wieder auf einzelne veröffentlichte Cases zurückgreifen.

Außerdem gibt es auf der Isaf Internet Seite das sogenannte Q&A Panel. An dieses Panel können Jurys aktuelle Fälle herantragen, für die dann relativ schnell eine Antwort bereitgestellt wird. Der Unterschied ist, das diese Fälle noch nicht bindend sind, Erst wenn die ISAF einen Case aus den F&A in das Casebook stellt, ist die Antwort für Jurys bindend.

Alle hier zitierten Cases und Q&A,s stammen aus den Casebook 2013-2016. Ich habe versucht, nur Fälle hier zu zitieren, die nach wie vor Gültigkeit haben. Nach dem erscheinen des neuen Casebooks werden wir die dargsetllten Fälle überarbeiten.

 

Begriffe und Definitionen

Viele Segler unterschätzen die Wichtigkeit der Definition. Ohne die Definitionen verstanden zu haben, kann man die Regeln nicht richtig interpretieren. Zum Beispiel kennt jeder Regattasegler die Regel 18.2. (b),:

18.2.(b) If boats are overlapped when the first of them reaches the zone, the outside boat at that moment shall thereafter give the inside boat mark-room. If a boat is clear ahead when she reaches the zone, the boat clear astern at that moment shall thereafter give her mark-room.

Deutsch: 18.2. (b) Überlappen Boote, wenn das erste von ihnen die Zone erreicht, muss das zu diesem Zeitpunkt außen liegende Boot anschließend dem innen liegenden Boot Bahnmarken-Raum geben. Ist ein Boot klar voraus, wenn es die Zone erreicht, muss das zu diesem Zeitpunkt klar achteraus liegende Boot anschließend Bahnmarken-Raum geben.

Wir haben in obiger Regel alle verwendeten Begriffe und Definitionen in rot geschrieben. Allein um diese kurze Regel zu verstehen und richtig anwenden zu können, muss man folgende Definitionen kennen:

Ich hoffe nach diesem Beispiel versteht jeder, warum wir uns im Folgenden relativ intensiv mit den Definitionen auseinandersetzen.

 

Clear Astern and Clear Ahead; Overlap / Klar achteraus und Klar voraus; Überlappen

One boat is clear astern of another when her hull and equipment in normal position are behind a line abeam from the aftermost point of the other boat's hull and equipment in normal position. The other boat is clear ahead. They overlap when neither is clear astern. However, they also overlap when a boat between them overlaps both. These terms always apply to boats on the same tack. They apply to boats on opposite tacks only when rule 18 applies between them or when both boats are sailing more than ninety degrees from the true wind.

Deutsch: Ein Boot ist klar achteraus eines anderen Bootes, wenn sich sein Rumpf und seine in normaler Lage befindliche Ausrüstung hinter einer geraden Linie befinden, die querab zum achterlichsten Punkt des Rumpfes oder der in normaler Lage befindlichen Ausrüstung des anderen Bootes verläuft. Das andere Boot ist dann klar voraus. Sie überlappen, wenn keines von ihnen klar achteraus ist, Sie überlappen außerdem, wenn ein zwischen ihnen liegendes Boot beide überlappt. Diese Definitionen gelten immer für Boote auf gleichem Schlag. Sie gelten zwischen Booten auf entgegengesetztem Schlag nur, wenn Regel 18 zwischen ihnen gilt oder beide tiefer als 90 Grad zum wahren Wind segeln.

Der Text ist etwas schwierig. Schauen wir uns einmal die Überlappung in der folgenden Animation an:

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Denke, jetzt ist das schon um vieles klarer. Um die Regeln zu verstehen, ist es wirklich wichtig bei den wichtigsten Definitionen sehr sicher zu sein.

Im Gegensatz zur Definition Zone, geht es hier nicht nur um den Rumpf, sondern auch um Ausrüstung in normaler Lage. Auch Teile des Bootes unter Wasser müssen hier berücksichtigt werden.

Fetching / Anliegen

A boat is fetching a mark when she is in a position to pass to windward of it and leave it on the required side without changing tack.

Deutsch: Ein Boot liegt eine Bahnmarke an, wenn es sich in einer Position befindet, aus der es die Bahnmarke in Luv und auf der vorgeschriebenen Seite passieren kann, ohne den Schlag zu wechseln.

Keine Änderung im englischen Text, aber neue Übersetzung

Ohne den Schlag zu wechseln, bedeutet ohne zu wenden.

Demnach liegen das gelbe und das blaue Boot die Marke an, das grüne Boot nicht. Das das blaue Boot einen Aufschießer machen muss, um die Boje zu runden, ist dabei unerheblich.

 

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Finish/Zieldurchgang

A boat finishes when any part of her hull, or crew or equipment in normal position, crosses the finishing line from the course side. However, she has not finished if after crossing the finishing line she
(a) takes a penalty under rule 44.2,
(b) corrects an error under rule 28.2 made at the line, or
(c) continues to sail the course.

Deutsch: Ein Boot geht durchs Ziel, sobald irgendein Teil seines Rumpfes oder seiner in normaler Lage befindlichen Besatzung oder Ausrüstung die Ziellinie in Richtung von der Bahnseite her überquert. Jedoch ist es noch nicht durchs Ziel gegangen, wenn es nach Überquerung der Ziellinie
(a) eine Strafe nach Regel 44.2 ausführt,
(b) einen an der Ziellinie begangenen Fehler gemäß Regel 28.2 berichtigt, oder
(c) weiter die Bahn absegelt.

Bei (a) geht es um eine Strafe auf oder in der Nähe der Ziellinie. Ein Boot geht erst dann durchs Ziel, wenn es die Ziellinie nach Ausführen der Strafe noch einmal von der Bahnseite kommend quert. Dazu eine kleine Animation:

 

 

 

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Keep Clear / Freihalten

A boat keeps clear of a right-of-way boat
(a) if the right-of-way boat can sail her course with no need to take avoiding action and,
(b) when the boats are overlapped, if the right-of-way boat can also change course in both directions without immediately making contact.

Deutsch: Ein Boot hält sich von einem Wegerechtboot frei,
(a) wenn das Wegerechtboot seinen Kurs segeln kann, ohne Ausweichmaßnahmenergreifen zu müssen und
(b) bei überlappenden Booten wenn das Wegerechtboot außerdem den Kurs in beide Richtungen ändern kann, ohne dass es sofort zur Berührung kommt.

In diesem Fall ist muss sich Blau freihalten von Gelb. Segelten beide Boote gerade weiter käme es zu keiner Berührung. Da aber Gelb bei der geringsten Kursänderung Blau berühren würde, hält sich Blau nach obiger Definition nicht frei von Gelb.

Dies gilt im Gegensatz zu früher auch dann, wenn die Boote mit Wind von unterschiedlicher Seite segeln. Blau hält sich in diesem Beispiel nicht frei von Gelb, da die geringste Kursänderung von Gelb zu einer Berührung mit Blau führen würde.

Hier noch einige Cases zu dieser Regel:

Case 88: A boat may avoid contact and yet fail to keep clear.

Case 88 Deutsch: Ein Boot kann eine Berührung vermieden aber sich trotzdem nicht freigehalten haben.

Damit ist gemeint: Auch wenn es zu keiner Berührung zwischen Gelb und Blau käme hat sich Blau in diesem Fall nicht genügend freigehalten.

Case 91: A boat required to keep clear must keep clear of another boat's equipment out of its normal position when the equipment has been out of its normal position long enough to have been seen and avoided.

Case 91 Deutsch: Ein Boot, das verpflichtet ist sich freizuhalten, muss sich auch von der Ausrüstung eines anderen Bootes freihalten, die sich nicht in seiner normalen Lage befindet, wenn diese Ausrüstung so lange genug außerhalb ihrer normalen Lage ist, dass man dies sehen konnte.

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Leeward and Windward / Lee und Luv

A boat's leeward side is the side that is or, when she is head to wind, was away from the wind. However, when sailing by the lee or directly downwind, her leeward side is the side on which her mainsail lies. The other side is her windward side. When two boats on the same tack overlap, the one on the leeward side of the other is the leeward boat. The other is the windward boat.

Deutsch: Die Leeseite eines Bootes ist die Seite, die vom Wind abgewandt ist, oder, wenn es im Wind ist, abgewandt war. Segelt es jedoch direkt vor dem Wind oder tiefer, ist die Leeseite die Seite, auf der sich das Großsegel befindet, die andere Bootseite ist die Luvseite. Wenn zwei Boote mit Wind von der gleichen Seite überlappen, so ist das auf der Leeseite des anderen liegenden Boot das Leeboot. Das andere ist das Luvboot."

Die folgenden Beispiele sollten auch hier Klarheit schaffen.

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Mark / Bahnmarke

An object the sailing instructions require a boat to leave on a specified side, and a race committee boat surrounded by navigable water from which the starting or finishing line extends. An anchor line or an object attached accidentally to a mark is not part of it.

Deutsch: Ein Gegenstand, bei dem die Segelanweisungen verlangen, dass ein Boot ihn auf einer angegebenen Seite lassen muss und ein Wettfahrtleiterboot, das von schiffbarem Wasser umgeben und Start-, oder Ziellinienbegrenzung ist. Eine Ankerleine, oder ein unbeabsichtigt an der Bahnmarke hängender Gegenstand gehören nicht dazu.

 

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Mark-Room / Bahnmarken Raum

Room for a boat to leave a mark on the required side. Also,
(a) room to sail to the mark when her proper course is to sail close to it, and
(b) room to round the mark as necessary to sail the course.
However, mark-room for a boat does not include room to tack unless she is overlapped inside and to windward of the boat required to give mark-room and she would be fetching the mark after her tack.

Deutsch: Bahnmarken-Raum ist der Raum für ein Boot um eine Bahnmarke auf der vorgeschriebenen Seite zu lassen. Außerdem
(a)der Raum um zur Bahnmarke zu segeln, wenn sein richtiger Kurs ist nahe an der Bahnmarke zu segeln und
(b)der Raum um die Bahnmarke zu runden, wie es zum Absegeln der Bahn notwendig ist.
Jedoch schließt Bahnmarken-Raum nicht den Raum zum Wenden für ein Boot ein, außer es überlappt innen und in Luv mit einem Boot das ihm Bahnmarken-Raum geben muss und wenn es nach der Wende die Bahnmarke anliegen würde.

Wir kommen auf die Bedeutung dieser Definition bei der Besprechung der Regel 18 zurück.

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Obstruction / Hindernis

An object that a boat could not pass without changing course substantially, if she were sailing directly towards it and one of her hull lengths from it. An object that can be safely passed on only one side and an
area so designated by the sailing instructions are also obstructions. However, a boat racing is not an obstruction to other boats unless they are required to keep clear of her or, if rule 23 applies, avoid her. A vessel under way, including a boat racing, is never a continuing obstruction.

Deutsch: Ein Gegenstand, den ein Boot, wenn es direkt darauf zusegeln würde und eine seiner Rumpflängen davon entfernt wäre, nicht passieren könnte, ohne den Kurs erheblich zu ändern. Ein Gegenstand, der nur an einer Seite sicher passiert werden kann, und ein in den Segelanweisungen so gekennzeichnetes Gebiet sind ebenfalls Hindernisse. Jedoch ist ein Boot, das sich in einer Wettfahrt befindet kein Hindernis für andere Boote, außer wenn diese verpflichtet sind, sich von ihm frei zu halten, oder, wenn Regel 23 gilt, ihm auszuweichen. Ein in Fahrt befindliches Schiff, einschließlich eines in der Wettfahrt befindlichen Bootes, ist niemals ein ausgedehntes Hindernis.

Keine Änderung im englischen Text, aber neue Übersetzung

Leider ist in den Definitionen nirgendwo beschrieben wie groß ein ausgedehntes Hindernis sein muss. Entscheidende Bedeutung bekommt diese fehlende Definition weil in Regel 19 zwischen Hindernis und ausgedehntem Hindernis unterschieden wird. Aber dazu später.

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Proper Course / Richtiger Kurs

A course a boat would sail to finish as soon as possible in the absence of the other boats referred to in the rule using the term. A boat has no proper course before her starting signal.

Deutsch: Ein Kurs, den ein Boot in Abwesenheit der anderen Boote, auf die sich die Regel mit diesem Begriff bezieht, segeln würde, um so schnell wie möglich durchs Ziel zu gehen. Vor seinem Startsignal hat ein Boot keinen richtigen Kurs.

Folgende Aspekte sollten wir uns merken:

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Start/Starten

A boat starts when, having been entirely on the pre-start side of the starting line at or after her starting signal, and having complied with rule 30.1 if it applies, any part of her hull, crew or equipment crosses the starting line in the direction of the first mark.

Deutsch: Ein Boot startet, wenn irgendein Teil seine Rumpfes, seiner Besatzung oder Ausrüstung zum ersten Male die Startlinie in Richtung zur ersten Bahnmarke überquert und es bei, oder nach seinem Startsignal vollständig auf der Vorstartseite war und so ferne anwendbar, die Regel 30.1. befolgt hat.

Nur damit das klar ist. Auch nach dem Startsignal sind Boote, die noch von klar hinter der Startlinie sind nicht gestartet. Auch Frühstarter sind nicht gestartet. Das istz insofern bedeutend, dass regel 18 auch beim zurücksegeln auf die Vorstartseite demnach nicht gilt.

Support Person/Unterstützende Person

Any person who
(a) provides, or may provide, physical or advisory support to a competitor, including any coach, trainer, manager, team staff, medic, paramedic or any other person working with, treating or assisting a competitor in or preparing for the competition, or
(b) is the parent or guardian of a competitor.

Deutsch: Jede Peron, die
(a) eine physische oder beratende Unterstützung für einen Teilnehmer bereitstellt oder bereitstellen könnte, einschließlich eines Coaches, Trainers, Managers, Team Mitarbeiters, Mediziners, Sanitäters, oder jeglicher anderer Person, die mit einem Teilnehmer beim Wettbewerb oder seiner Vorbereitung zusammenarbeitet, ihn behandelt oder untzerstützt, oder
(b) Elternteil oder Aufsichtsperson eines Teilnehmers ist.

Neue Definition

Nunmehr können auch unterstützende Personen Partei bei Protesten sein.

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Tack, Starboard or Port / Wind von Steuerbord oder Backbord

A boat is on the tack, starboard or port, corresponding to her windward side.

Deutsch: Ein Boot ist auf dem Schlag, Steuerbord (Wind von Steuerbord) oder Backbord (Wind von Backbord), der seiner Luvseite entspricht."

Keine Änderung im englischen Text, aber neue Übersetzung. Insbesondere kam in den alten Wettfahrtregeln die Übesetzung für Tack (Schlag) nicht vor.

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Zone / Zone

The area around a mark within a distance of three hull lengths of the boat nearer to it. A boat is in the zone when any part of her hull is in the zone.

Deutsch: Der Bereich um eine Bahnmarke innerhalb eines Abstandes von drei Rumpflängen, das ihr näher ist. Ein Boot ist in der Zone, wenn irgendein Teil seines Rumpfes in der Zone ist.

Achtung: Eine Änderung der Größe der Zone in den Segelanweisungen ist nicht vorgesehen.

Bei dieser Definition ist wichtig, dass es in diesem Fall ein Boot nur in der Zone ist, wenn ein Teil der Schale innerhalb der Zone ist. Spinnaker, Gennakerbäume oder ähnliches zählen in diesem Fall nicht. Nur der Vollständigkeit halber: Bei der Definition von Überlappung schaut es ganz anders aus.

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Wegerecht

Ich nehme an jeder kennt die folgenden Wegerechtsregeln, aber vollständigkeitshalber wollen wir sie nicht unerwähnt lassen.

In den folgenden Animationen ist jeweils Rot das ausweichpflichtige Boot.

10 - ON OPPOSITE TACKS / Wind von entgegengesetzter Seite

When boats are on opposite tacks, a port-tack boat shall keep clear of a starboard-tack boat.

Deutsch: Bei Booten auf entgegengesetztem Schlag muss sich ein Boot auf Backbordschlag (Wind von Backbord) von einem Boot auf Steuerbordschlag (Wind von Steuerbord) freihalten.

Aber auch bei dieser einfachen Regel ist nicht immer alles so klar wie es scheint.

In der folgenden Animation sieht man, dass Grün klar vor Rot vorbeikommen würde. Rot ist zwar ausweichpflichtig, müsste aber seinen Kurs nicht ändern, um sich frei zu halten. Grün luvt in Position 3 an und ist nun auf Kollisionskurs. Da er Rot genügend Zeit gibt sich frei zu halten muss Rot nun seinerseits seinen Kurs ändern, um sich frei zu halten. Es gibt für Grün keine Bindung an einen richtigen Kurs. Die Kursänderung in Richtung Rot ist deshalb erlaubt. (Case 105)

 

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11 - ON THE SAME TACK, OVERLAPPED / Wind von der gleichen Seite mit Überlappung

When boats are on the same tack and overlapped, a windward boat shall keep clear of a leeward boat.

Deutsch: Bei Booten mit Wind von der gleichen Seite, die Überlappen, muss sich ein Luvboot von einem Leeboot freihalten.

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12 - ON THE SAME TACK, NOT OVERLAPPED / Wind von der gleichen Seite ohne Überlappung

When boats are on the same tack and not overlapped, a boat clear astern shall keep clear of a boat clear ahead.

Deutsch: Bei Booten mit Wind von der gleichen Seite, die nicht überlappen, muss sich ein Boot klar achteraus von einem Boot klar voraus freihalten.

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13 - WHILE TACKING / Während des Wendens

After a boat passes head to wind, she shall keep clear of other boats until she is on a close-hauled course. During that time rules 10, 11 and 12 do not apply. If two boats are subject to this rule at the same time, the one on the other's port side or the one astern shall keep clear.

Deutsch: Nachdem ein Boot durch den Wind gegangen ist, muss es sich von anderen Booten freihalten, bis es auf einem Am-Wind-Kurs abgefallen ist. Während dieser Zeit gelten die Regeln 10,11 und 12 nicht. Fallen zur gleichen Zeit zwei Boote unter diese Regel, muss sich das auf der Backbordseite des anderen oder das klar achteraus befindliche Boot freihalten.

Interessanterweise gibt es im Abschnitt Definitionen keine Definition für "Wenden". Die Definition ist durch den in dieser Regel beschriebenen Gültigkeitsbereich gegeben. Ein Boot wendet, sobald es durch den Wind gegangen ist. Die Wende ist dann beendet, wenn es sich wieder auf einem Am Wind Kurs befindet. Unerheblich dabei ist, ob die Segel noch Flattern, das Boot schon Fahrt aufgenommen hat, oder ähnliches. Wichtig ist einzig und allein die Lage des Rumpfes zum Wind. Immer wieder wird behauptet, man müsse sich bei der Halse freihalten. Eine entsprechende Regel gibt es aber schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Halst ein Boot ändern sich üblicherweise die anwendbaren Regeln mit dem Passieren der Mittellinie des Großbaumes. Aber grundsätzlich müssen wir bei der Halse mit den Grundregeln 10 und 11 auskommen. Anders beim Matchrace. Im Anhang C umfasst die Regel 13 auch die Halse. Aber Matchraceregeln sind hier ja nicht unser Thema..

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Andere wichtige Regeln

14 - GENERAL LIMITATIONS - AVOIDING CONTACT / Allgemeine Einschränkungen - Berührung vermeiden

A boat shall avoid contact with another boat if reasonably possible. However, a right-of-way boat or one entitled to room or mark-room
(a) need not act to avoid contact until it is clear that the other boat is not keeping clear or giving room or mark-room, and
(b) shall be exonerated if she breaks this rule and the contact does
not cause damage or injury.

Deutsch: Wenn es vernünftigerweise möglich ist, muss ein Boot eine Berührung vermeiden. Jedoch, ein Wegerecht-Boot oder ein Boot, das Anspruch auf Raum, oder Bahnmarken-Raum hat,
(a) braucht nichts zu tun, um eine Berührung zu vermeiden, bis klar ist, dass das andere Boot sich nicht freihält oder keinen Raum oder Bahnmarken-Raum gibt,, und
(b) es muss entlastet werden, wenn es diese Regel verletzt und die Berührung keinen Schaden, oder Verletzung verursacht.

Diese Regel besagt eindeutig, dass generell Berührungen zwischen Booten zu vermeiden sind und auch das Wegerechtsboot ausweichen muss, um eine Kollision zu vermeiden. Das Wegerechtsboot ist aber entschuldigt, wenn kein Schaden und keine Verletzung bei der Berührung entstanden sind.

Die Regeln des Teils 2 des Regelbuches gelten normalerweise nur zwischen Booten, die sich in einer Wettfahrt befinden (ab dem Vorbereitungssignal). Das ist in der Preambel zum Teil 2 definiert. Bisher gab es nur Regel 24.1 (Behinderung anderer Boote) für die diese Einschränkung nicht galt. Ab 2017 sind auch Bestrafungen gemäß 14 für Boote, die sich nicht in ener Wettfahrt befinden möglich.

Im Zusammenhang mit Regel 14 gibt es auch einige wichtige Cases:

Case 87:
A right-of-way boat need not act to avoid contact until it is clear that the other boat is not keeping clear.

Deutsch: Ein Wegerechtboot muss keine Ausweichmaßnahmen ergreifen, bevor nicht klar ist, dass das andere Boot sich nicht freihält.

Das bedeutet, dass ein Boot mit Wegerecht erst dann seinen Kurs ändern muss, um eine Kollision zu vermeiden, wenn klar ist, dass das ausweichpflichtige Boot nicht mehr ausweichen kann, auch dann nicht, wenn es dies beabsichtigte.

In diesem Fall kam es zu einer Kollision mit Schaden. Grün muss nach Regel 14 eine Berührung vermeiden. Jedoch erlaubt der zweite Satz von Regel 14 Grün seinen Kurs zu segeln in der Erwartung, dass Blau sich wie verlangt freihält bis zu dem Zeitpunkt, wo klar wird, dass P3 das nicht tut. Im vorliegenden Fall zeigt die Animation, dass P3 noch in großer Nähe von S hätte rechtzeitig abfallen und ausweichen können. Aus diesem Grund war der Zeitpunkt, als es klar wurde, dass P3 nicht auswich, so kurz vor der Kollision, dass es für S unmöglich war, die Berührung zu vermeiden. Deshalb verletzte S die Regel 14 nicht und die Disqualifikation wird rückgängig gemacht.

 

Der folgende Case sagt eigentlich das Gleiche wie Case 87 ist nur anders herum formuliert.

Case 26:
A right-of-way boat need not act to avoid a collision until it is clear that the other boat is not keeping clear. However, if the right-of-way boat could then have avoided the collision and the collision resulted in damage, she must be penalized under rule 14.

Deutsch: Ein Wegerechtboot muss nichts tun um eine Kollision zu verhindern bis klar ist, dass sich das andere Boot nicht frei hält. Wenn jedoch ein Wegerechtboot eine Berührung hätte vermeiden können, dies aber nicht tat und es kommt dadurch zu einem Schaden, muss es nach Regel 14 bestraft werden.

Der Anlassfall zu diesem Case war eine Kollision zwischen zwei Booten in unterschiedlichen Wettfahrten. Das Wegerechtsboot behielt seinen Kurs bei, obwohl es erkennen konnte, dass das ausweichpflichtige Boot seiner Ausweichpflicht nicht nachkommen würde. da es zu einer Kollision mit Schaden kam, wurde auch das Wegerechtsboot nach Regel 14 disqualifiziert.

 

In der folgenden Animation konnte Blau ab Position 3 erkennen, dass Gelb nicht ausweichen wird. Blau ist sofort nach dieser Erkenntnis abgefallen, um eine Kollision zu vermeiden.

Wäre Blau nicht abgefallen und ins Heck von Gelb gekracht und es wäre an einem der beiden Boote Schaden entstanden, wären Blau (Regel 14) und Gelb (Regel 10) bei einem Protest zu disqualifizieren gewesen,

Hätte Blau mit seinem Manöver in Position 3 begonnen, aber es wäre dennoch zu einer Kollision gekommen, hätte Blau keinen Regelverstoß nach Regel 14 begangen, da vor Position 3 für Blau nicht klar war, dass Gelb nicht ausweichen wird.

 

 

 

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15 - GENERAL LIMITATIONS - ACQUIRING RIGHT OF WAY / Allgemeine Einschränkungen - Wegerecht erlangen

When a boat acquires right of way, she shall initially give the other boat room to keep clear, unless she acquires right of way because of the other boat's actions.

Deutsch: Erlangt ein Boot Wegerecht, muss es anfangs dem anderen Boot Raum zum Freihalten geben, sofern es nicht das Wegerecht durch Handlungen des anderen Bootes erhält.

 

In diesem Fall beginnt Rot zu luven unmittelbar nachdem es eine Überlappung zu Grün in Lee hergestellt hat. Damit verstößt Rot gegen Regel 15. Grün ist nach regel 11 zwar ausweichpflichtig, wird aber nicht bestraft, da Rot Regel 15 verletzt hat. Regel 64.1.c. besagt, dass ein Vergehen nicht geahndet werden soll, wenn es durch ein Vergehen eines anderen Bootes bedingt ist.

Auch zu dieser Regel gibt es einen Case:

Case 93:
If a boat luffs immediately after she becomes overlapped to leeward of another boat and there is no seamanlike action that would enable the other boat to keep clear, the boat that luffed breaks rules 15 and 16.1. The other boat breaks rule 11, but is exonerated under rule 64.1(c).

Deutsch: Wenn ein Boot plötzlich luvt, nachdem es eine Überlappung in Lee zu einem anderen Boot hergestellt hat und es gibt keine Möglichkeit für das andere Boot, sich in guter Seemannschaft frei zu halten, dann hat das luvende Boot gegen Regel 15 und 16.1 verstoßen. Das andere Boot hat gegen Regel 11 verstoßen, wird aber dafür nach Regel 64.1(c) entlastet.

Die folgende Animation zeigt den Anlassfall für Case 93:

In der folgenden Animation halst Gelb in Luv von Blau. Blau wird dadurch Leeboot und erlangt Wegerecht. Da es dieses Wegerecht aber durch eine Handlung von Gelb erlangt, gilt der erste Teil der Regel 15 nicht und Gelb ist unmittelbar ausweichpflichtig und müsste im Falle eines Protests wegen Verletzung der Regel 11 disqualifiziert werden..

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16 - GENERAL LIMITATIONS - CHANGING COURSE / Allgemeine Einschränkungen - Kurs ändern

16.1 When a right-of-way boat changes course, she shall give the other boat room to keep clear.

Deutsch: 16.1 Ändert ein Boot mit Wegerecht den Kurs, muss es dem anderen Boot Raum zum Freihalten geben.

Die folgende Animation zeigt den gleichen Fall wie oben, allerdings luvt Blau leicht an. In diesem Fall ist die Regelsituation anders zu beurteilen. Gelb ist zwar nach Regel 11 ausweichpflichtig, aber durch Regel 16 geschützt und Blau wäre zu disqualifizieren.

16.2 In addition, when after the starting signal a port-tack boat is keeping clear by sailing to pass astern of a starboard-tack boat, the starboard-tack boat shall not change course if as a result the port-tack boat would immediately need to change course to continue keeping clear.

Deutsch: 16.2 Außerdem gilt: Wenn nach dem Startsignal ein Boot auf Backbordschlag (Wind von Backbord) sich dadurch freihält, dass es ein Boot auf Steuerbordschlag (Wind von Steuerbord) achteraus passieren will, darf das Boot auf Steuerbordschlag (Wind von Steuerbord) seinen Kurs nicht ändern, wenn dadurch das Boot auf Backbordschlag (Wind von Backbord) seinen Kurs sofort ändern müsste, um sich weiterhin freizuhalten.

Die folgende Animation zeigt die Situation auf die Regel 16.2. Bezug nimmt:

 

Case 76:
When a boat changes course she may break rule 16, even if she is sailing her proper course

Deutsch: Wenn ein Boot seinen Kurs auf einen neuen richtigen Kurs ändert, kann es gegen Regel 16 auch dann verstoßen, wenn es seinen richtigen Kurs segelt.

Auch zu diesem Case eine kleine Animation:

Grün und Blau nähern sich der Ziellinie. In diesem Fall gilt zwischen Grün und Blau Regel 10. Regel 18 gilt nicht, da die Boote mit Wind von unterschiedlicher Seite segeln. Grün kommt mit Überhöhe. Nach passieren des Hecks des Zielschiffes ändert sich der richtige Kurs von Grün auf Am Wind Kurs. Blau könnte jedoch vor Grün passieren, wenn Grün seinen ursprünglichen Kurs weiter segeln würde. Nach 16.1. gibt Grün aber nach seiner Kursänderung Blau nicht genügend Zeit um sich freizuhalten. Die Verletzung der Regel 10 durch Blau ist deshalb nach regel 64.1.8 (c) nicht zu bestrafen. Grün wird disqualifiziert.

 

Das gleiche gilt natürlich auch in folgendem Fall:

 

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Auf Grund der Winddrehung nach rechts, könnte das Boot mit Wind von rechts höher segeln, darf aber seinen Kurs erst nach passieren des Hecks des anderen Bootes ändern.

 

Case 92:

When a right-of-way boat changes course, the keep-clear boat is required to act only in response to what the right-of-way boat is doing at the time, not what the right-of-way boat might do subsequently.

Deutsch: Ändert ein Wegerechtboot den Kurs, ist das ausweichpflichtige Boot nur verpflichtet, auf das zu reagieren, was das Wegerechtboot im Moment tut, aber nicht darauf, was das Wegerechtboot anschließend tun könnte.

Der Anlassfall für Case 92 war zwar ein Anderer, als die hier gezeigte Situation. Folgender Fall wird in der Praxis immer wieder falsch interpretiert. Es steht nirgendwo in den Regeln, dass das ausweichpflichtige Boot vorhersehen muss, was das Wegerechtsboot machen wird. Natürlich ist es für uns selbstverständlich, dass Boote nach dem Startsignal auf Am Wind Kurs anluven, oder nach dem passieren des Hecks eines anderen Bootes wieder anluven werden, aber das alles dürfen wir in der Beurteilung einer Situation nicht einbeziehen.

Das folgende Beispiel macht es sehr deutlich:

Grün muss nicht damit rechnen, dass Blau beim Startschuss anluvt. Fährt Blau weiter, wie vorher kommt Grün klar vor Blau vorbei. Aber Achtung: 95 % aller Jurys würden Grün nach Regel 10 disqualifizieren.

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17 - GENERAL LIMITATIONS - ON THE SAME TACK; PROPER COURSE / Allgemeine Einschränkungen - Wind von der gleichen Seite; richtiger Kurs

If a boat clear astern becomes overlapped within two of her hull lengths to leeward of a boat on the same tack, she shall not sail above her proper course while they remain on the same tack and overlapped within that distance, unless in doing so she promptly sails astern of the other boat. This rule does not apply if the overlap begins while the windward boat is required by rule 13 to keep clear.

Deutsch: Wenn ein zuvor klar achteraus liegendes Boot mit einem Boot auf gleichen Schlag innerhalb eines Abstandes von zwei seiner Rumpflängen in Lee überlappt, darf es nicht höher als seinen richtigen Kurs segeln, solange die Boote auf gleichem Schalg und innerhalb dieses Abstands überlappt bleiben, es sei denn, es fällt dadurch unverzüglich achteraus des anderen Bootes. Diese Regel gilt nicht, wenn die Überlappung beginnt, während das Luvboot verpflichtet ist, sich nach Regel 13 freizuhalten.

Für das Verständnis dieser Regel ist die Definition von "richtiger Kurs" wichtig, Zur Wiederholung: Der richtige Kurs, ist der Kurs, den ein Boot bei Abwesenheit der anderen Regattaboote segeln würde, um so schnell als möglich die Bahn abzusegeln.

Zuerst der klassische Fall, der für alle klar ist:

 

 

Zu dieser Situation gibt es einen einfachen Trick, der speziell im Team- und Matchrace häufig angewendet wird:

 

Zwei Halsen, unterbrechen die Überlappung und Rot ist nicht mehr an seinen richtigen Kurs gebunden.

 

Wichtig bei der Anwendung dieser Regel ist auch der letzte Satz der Definition für richtigen Kurs: A boat has no proper course before her starting signal.

Deutsch: Vor seinem Startsignal hat ein Boot keinen richtigen Kurs.

In der folgenden Situation kommt demnach Regel 17 nicht zur Anwendung:

 

Grün hat zwar die Überlappung von Achtern in Lee hergestellt, ist aber in seinem Luvrecht nicht eingeschränkt und darf demnach unter Beachtung von Regel 14,15 und 16.1. bis in den Wind luven.

Nach dem Startsignal beginnt Regel 17 zu wirken und Grün darf nicht über seinen richtigen Kurs luven.

Die folgende Animation zeigt ähnliche Situationen nach dem Startsignal

 

Entscheidend ist demnach, wie sich die Situation entwickelt, hat und wie die letzte Überlappung hergestellt wurde. Auch für Empires am Wasser nicht immer einfach zu entscheiden.

 

Bei den beiden Booten rechts außen unterliegt Rot nach dem Startsignal dieser Luvbeschränkung, weil die Überlappung von Achtern in Lee hergestellt wurde. Das war zwar viele Sekunden vor dem Vorfall, aber die Länge der Dauer der Überlappung ist für die Beurteilung dieser Situation nicht relevant.

Bei den beiden Booten ganz links wurde die Überlappung durch die Wende von Blau hergestellt, demnach unterliegt Blau auch nicht den Einschränkungen dieser Regel.

Violett hat zwar vor dem Start eine Überlappung von Achtern in Lee von Schwarz hergestellt. Durch den Querabstand von mehr als zwei Bootslängen während der Überlappung gilt diese Luvbeschränkung für Violett aber nicht mehr.

Hier noch eine kleine Animation zum letzten Satz dieser Regel: This rule does not apply if the overlap begins while the windward boat is required by rule 13 to keep clear./ Diese Regel gilt nicht, wenn die Überlappung beginnt, während das Luvboot verpflichtet ist, sich nach Regel 13 freizuhalten.:

 

 

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Cases zu den Regeln 10-17

Die Regeln an sich sind einfach und klar, aber selten kann in einer Wettfahrtsituation nur eine Regel angewendet werden. Die Positionen ändern sich, eine Überlappung wird hergestellt, ein Boot wendet, schon gelten andere Regeln. Wichtig ist deshalb das Zusammenspiel der Regeln zu verstehen. In der Folge einige Fälle zu den bisherigen Themen.

Case 6:

A starboard-tack boat that tacks after a port-tack boat has borne away to go astern of her does not necessarily break a rule.

Deutsch: Wendet ein mit Wind von Steuerbord segelndes Boot nachdem ein Boot mit Wind von Backbord abgefallen ist, um hinter ihm zu passieren, begeht es nicht unbedingt einen Regelverstoß.

 

 

In diesem Fall fällt das gelbe Boot ab, um hinter dem blauen Wegerechtsboot zu passieren. Blau wendet und hält sich wie gefordert in der Wende frei. Gelb wird nicht behindert,.

 

Case 7:
When, after having been clear astern, a boat becomes overlapped to leeward within two of her hull lengths of the other boat, the windward boat must keep clear, but the leeward boat must initially give the windward boat room to keep clear and must not sail above her proper course.

Deutsch: Wenn ein Boot, das erst klar achteraus, war innerhalb zweier seiner Bootslängen zu dem anderen Boot ein in Lee überlappendes Boot wird, so muss sich das Luvboot freihalten, jedoch muss das Leeboot zu Beginn dem Luvboot Raum zum freihalten geben und darf nicht höher segeln als seinen richtigen Kurs.

Mit Beginn der Überlappung endet die Anwendung der Regel 12. Nach der Überlappung in Lee gilt Regel 11, das Luvboot muss sich freihalten.

 

 

In der folgenden Animation wird der Anlassfall für Case 7 gezeigt. Gelb stellt eine Überlappung in Lee her. Dann fahren beide Boote eine Zeit lang nebeneinander her. Dann luvt Gelb an, um zur Boje zu kommen. Gelb unterliegt zwar Regel 17, da es die Überlappung von hinten hergestellt hat, verletzt diese Regel aber nicht, das gelb nie höher als seinen richtigen Kurs fährt (vgl. Definition richtiger Kurs) . Regel 15 (Wegerecht erlangen) gilt nicht mehr, da die Boote ja bereits längere Zeit nebeneinander her fuhren. Beim Anluven von Gelb hätte Blau genügend Zeit gehabt sich frei zu halten. Deshalb hat Gelb auch nicht gegen Regel 16.1 (Kurs ändern) verstoßen. Demnach hätte sich Blau nach Regel 11 freihalten müssen und ist in diesem Fall zu disqualifizieren.

 

 

 

 

Case 13:
Before her starting signal, a leeward boat does not break a rule by sailing a course higher than the windward boat's course.

Deutsch: Vor seinem Startsignal verstößt ein Lee-Boot gegen keine Regel, wenn es höher als ein Luv-Boot segelt.

 

Das grüne Boot muss sich nach Regel 11 freihalten, auch dann wenn Blau einen höheren Kurs segelt, als sein Am Wind-Kurs wäre. Blau hat zwar die Überlappung von hinten hergestellt und ist demnach an Regel 17 gebunden, aber gemäß Definition gibt es ja vor dem Startsignal keinen richtigen Kurs. Das grüne Boot hat genügend Zeit auf die Kursänderung zu reagieren. Die Tatsache, dass Grün beim Freihalten vor dem Startsignal über die Startlinie geraten würde, ist keine Entschuldigung seiner Verpflichtung nach Regel 11 nicht nach zu kommen.

 

Case 14:
When, owing to a difference of opinion about a leeward boat's proper course, two boats on the same tack converge, the windward boat must keep clear. Two boats on the same leg sailing near one another may have different proper courses.

Deutsch: Segeln zwei Boote mit Wind von der gleichen Seite auf konvergierenden Kursen, die auf unterschiedlichen Meinungen über den richtigen Kurs des Leebootes beruhen, so muss sich das Luvboot von dem Leeboot freihalten. Zwei Boote, die auf dem selben Schenkel nahe beieinander segeln können verschiedene richtige Kurse haben.

Im Anlassfall für Case 14 (siehe nächste Animation) geht es darum, dass zwei Boote unterschiedliche Meinung über den richtigen Kurs haben können. Nach der Bojenrundung ist der direkte Kurs zur nächsten Bahnmarke gerade nach oben. Das Gelbe Boot möchte auf direktem Weg zur nächsten Bahnmarke segeln. Das grüne Boot ist der Meinung es sei auf Grund der Gegenströmung sinnvoller einen längeren Weg in Kauf zu nehmen und mehr unter Land zu fahren, wo weniger Strömung zu erwarten ist. Grün hat zwar die Überlappung von Achtern hergestellt und unterliegt demnach Regel 17, segelt aber nicht höher als seinen richtigen Kurs. Gelb muss sich nach Regel 11 vom Leeboot freihalten.

 

 

 

Im nächsten Fall treffen zwei unterschiedliche Bootstypen aufeinander. Bekanntermaßen fahren Laser einen sehr tiefen Vorwindkurs und Katamarane einen sehr hohen Vorwindkurs. In diesem Fall stellt der Katamaran die Überlappung von hinten her und ist dadurch an Regel 17 und Regel 15 gebunden. Aus diesem Grund muss der grüne Kat zuerst abfallen um dem Laser die Möglichkeit zu geben, sich nach Regel 11 freizuhalten. Nachdem der Laser seiner Verpflichtung nachkommt, kann der Katamaran wieder auf seinen richtigen Kurs anluven, ist dabei jedoch an Regel 16.1 gebunden.

 

 

Case 53:
A boat clear ahead need not take any action to keep clear before being overlapped to leeward from clear astern.

Deutsch: Ein klar voraus liegendes Boot muss nichts tun um sich frei zu halten, bevor nicht eine Lee-Überlappung durch das Boot klar achteraus hergestellt ist.

Es sind noch ca. 30 Sekunden bis zum Startsignal. Das blaue Boot steht nahezu mit flatternden Segel. Das grüne Boot nähert sich von hinten und stellt eine Überlappung in Lee her. Ab diesem Zeitpunkt gilt Regel 11, aber auch Regel 15. Unmittelbar nach Ab dem Zeitpunkt der Überlappung muss Blau alles tun um sich von Grün frei zu halten. Blau kann aber auf Grund der geringen Fahrt trotz ganz eingeschlagenem Steuer auf Grund der geringen fahrt nicht anluven.

 

In der folgenden Animation stellt Blau eine Überlappung in Lee her. Rot unterliegt Regel 11 und muss sich freihalten. Nach Regel 15 muss Blau anfangs Rot Raum zum freihalten geben. In diesem Fall kann Rot seinen Kurs nach herstellen der Überlappung durch Blau nicht mehr ändern, ohne Blau zu berühren. Kommt es zu einem Protest wäre in diesem Fall Blau zu disqualifizieren.

 

Case 46:
A leeward boat is entitled to sail up to her proper course, even when she has established a leeward overlap from clear astern and within two of her hull lengths of the windward boat

Deutsch: Ein Leeboot darf bis zu seinem richtigen Kurs luven, auch wenn es die Überlappung in Lee von klar achteraus innerhalb eines Abstands von zwei seiner Rumpflängen hergestellt hat.

In diesem Fall stellt Grün die Überlappung in Lee her und ist demnach an Regel 17 (Wind von gleicher Seite, richtiger Kurs) gebunden. Allerdings ist klar, dass der richtige Kurs von Grün zur Ziellinie gehen wird. Demnach verletzt Grün Regel 17 nicht. Blau hätte genügend Zeit und Gelegenheit gehabt sich freizuhalten. Nach Regel 11 muss sich Blau freihalten. Im Falle eines Protestes ist Blau zu disqualifizieren.

 

 

 

In der folgenden Animation segeln beide Boote am Beginn tiefer wie ihren richtigen Kurs. Rot stellt eine Überlappung von klar achteraus her und luvt dann bis zu seinem richtigen Kurs an. Aus den gleichen Gründen wie im vorigen Fall verletzt Rot Regel 17 nicht und Blau muss sich freihalten. Was es in diesem Beispiel auch tut.

 

 

Eigentlich selbstverständlich, aber wo steht es?

Die folgenden Regeln legen fest, dass Segeln üblicherweise ein Sport mit Eigenverantwortung. Jeder Segler ist selbst für die Einhaltung der Regeln verantwortlich. Es gibt im Normalfall keine Schiedsrichter auf der Bahn, die Verstöße ahnden.

SPORTSMANSHIP AND THE RULES / Sportliches Verhalten und die Regeln - Ganz am Anfang (das Grundprinzip)

Competitors in the sport of sailing are governed by a body of rules that they are expected to follow and enforce. A fundamental principle of sportsmanship is that when competitors break a rule they will promptly take a penalty, which may be to retire.

Deutsch: Das Regelwerk ist für die Teilnehmer am Segelsport verbindlich und es wird erwartet, dass sie es befolgen und hm Geltung verschaffen. Ein Grundsatz sportlichen Verhaltens ist, dass Teilnehmer, die gegen eine Regel verstoßen, unverzüglich eine Strafe ausführen, die auch das Aufgeben einer Wettfahrt sein kann.

Regel 2 - FAIR SAILING / Faires Segeln

A boat and her owner shall compete in compliance with recognized principles of sportsmanship and fair play. A boat may be penalized under this rule only if it is clearly established that these principles have been violated. The penalty shall be either disqualification or disqualification that is not excludable.

Deutsch: Ein Boot und sein Eigner müssen die anerkannten Grundsätze für sportliches Verhalten und Fair Play einhalten. Ein Boot darf nach dieser Regel nur bestraft werden, wenn eindeutig festgestellt wird, dass diese Grundsätze verletzt wurden. Ein Strafe muss entweder eine Disqualifikation, oder eine nicht streichbare Disqualifikation seine.

Änderung gegenüber den alten Regeln! Eine "normale" Disqualifikation war bis 2017 nicht vorgesehen.

Die folgende Q&A stammt vom November 2011 und hat bei der ISAF WM 2011 der olympischen Klassen in Perth für große Aufregung gesorgt. Ein deutsches 470er Damenteam hat seinen knappen Vorsprung in der Olympiaqualifikation nur dadurch gerettet, dass es ihre unmittelbare Gegnerin konsequent mit Matchracetechniken, ohne Rücksicht auf das eigene Ergebnis behinderte. Das spaltete die Seglerwelt, ist aber durch den Absatz (b) in diesem Q&A gedeckt. Ein Protest des anderen Bootes wegen Verletzung der Regel 2 wurde von der Internationalen Jury abgelehnt.

Q&A 2011-022 A 001
Situation
In a fleet race, Boat A adopts tactics that clearly interfere with and hinder Boat B's progress in the race. While using those tactics, boat A does not break any rule, except possibly rule 2.

Question
In which of the following circumstances would Boat A's tactics be considered unsportsmanlike and a breach of rule 2?
(a) Boat A's tactics benefit her series result.
(b) Boat A's tactics increase her chances of gaining selection for another event.
(c) Boat A's tactics increase her chances of gaining selection to her national team.
(d) Boat A and Boat C had agreed that they would both adopt tactics that benefited Boat C's series result.
(e) Boat A was attempting to worsen Boat B's race or series score for reasons unconnected with sport.

Answer
In circumstances (a), (b) and (c), Boat A would be in compliance with recognised principles of sportsmanship and fair play because there is a sporting reason for her actions.
In circumstance (d), both Boat A and Boat C would clearly break rule 2. In addition, by receiving help prohibited by rule 41 from Boat A, Boat C would also break rule 41.
In circumstance (e) Boat A would break rule 2 because, with no good sporting reason, her actions would clearly break recognized principles of sportsmanship and fair play.

Zusammengefasst bedeutet diese Q&A dass aus welchem Grund auch immer ein Boot ein anderes mit Matchracetechniken zurücksegeln darf, so ferne es selbst dadurch in irgendeiner Weise direkt profitiert. Nicht erlaubt ist nach wie vor, dass einem jemand Anderer zum Beispiel ein Teamkollege die Drecksarbeit abnimmt und den Gegner zurücksegelt.

 

Bei den folgenden beiden Cases geht es darum in wie weit es erlaubt ist, ein anderes Boot, welches ausweichpflichtig ist, mit dem Körper oder mit der Hand zu berühren. Case 73 sagt aus, dass ein bewusstes Berühren des anderen Bootes nicht fair ist, wenn dieses Berühren nur den Sinn hat, das andere Boot am Freihalten zu hindern. Nach Case 74 ist aber ein Veränderung der Körperlage im üblichen Rahmen erlaubt.

 

Case 73:
When, by deliberate action, L's crew reaches out and touches W, which action could have no other intention than to cause W to break rule 11, then L breaks rule 2.

Deutsch: Wenn die Mannschaft von L absichtlich W berührt, nur damit W gegen Regel 11 verstößt, verletzt sie Regel 2.

Zusammenfassung des Falles
W und L segelten mit Wind von Backbord Amwind in Überlappung Richtung Luv-Bahnmarke. Der Vorschoter von L, der im Trapez stand, streckte sich hinaus und berührte absichtlich mit der Hand das Deck von W und forderte es auf aufzugeben. L protestierte gegen W. Das Schiedsgericht disqualifizierte W wegen Verstoßes von Regel 11 und W ging in die Berufung.

Entscheidung
Der Berufung von W wurde stattgegeben. L wird disqualifiziert und W wieder in die Wertung genommen. W musste sich wegen Regel 11 von L frei halten. L konnte seinen Kurs segeln ohne Ausweichmaßnahmen ergreifen zu müssen und es gab nicht das Risiko eine sofortigen Berührung, wenn L seinen Kurs geändert hätte. Deshalb hielt sich W von L frei und verstieß nicht gegen Regel 11. Die absichtliche Handlung des Vorschoters von L, die nur den Zweck hatte, eine Disqualifikation von W herbeizuführen, verstößt gegen Regel 2.

 

Case 74:
There is no rule that dictates how the helmsman or crew of a leeward boat must sit; contact with a windward boat does not break rule 2 unless the helmsman's or crew's position is deliberately misused.

Deutsch: Es gibt keine Regel, die vorschreibt, wie der Steuermann oder Vorschoter eines Leebootes sitzen muss. Eine Berührung mit dem Luvboot bedeutet keine Verletzung von Regel 2, sofern nicht die Position des Steuermannes oder Vorschoters absichtlich missbraucht wird.

Zusammenfassung des Falles
W überholte L auf einem Halbwindkurs bei Bedingungen, bei denen man gerade noch nicht zum Gleiten kam. L luvte leicht und der Rücken des Steuermannes berührte W kurz vor der Want. Dabei waren die Rümpfe etwa eine Armlänge auseinander. Kein Boot nahm eine Strafe an. In der folgenden Protestverhandlung disqualifizierte das Schiedsgericht L wegen Verstoßes gegen Regel 2 und begründete dies damit, dass W ordentlich getrimmt mit vollen Segeln fuhr und dabei der Vorschoter bei der Leewant saß. Es konnte, begründete es weiter, nur deshalb zu einer Berührung kommen, weil der Steuermann von L waagerecht ausritt. Bei den herrschenden Bedingungen war dieses Ausreiten eindeutig nicht erforderlich und deshalb keine normale Sitzposition. L ging in die Berufung.

Entscheidung
L's Berufung wird stattgegeben. L wird wieder in die Wertung genommen, W wird wegen Verstoßes gegen Regel 11 disqualifiziert. In Case 73 ist es eindeutig, dass der Vorschoter von L absichtlich W berührt hat um es herauszuprotestieren. In diesem Fall gab es keine solche absichtliche Aktion von L. Es gibt keine Regel, die festlegt, wo Steuermann und Mannschaft sitzen müssen und sofern kein absichtlicher Missbrauch der Sitzposition vorliegt, findet auch kein Verstoß gegen Regel 2 statt.

Hilfe von außen

Dass Hilfe von außen verboten ist, steht in Regel 41. außer sie ist unverlangt, oder steht allen zu Verfügung,

Unerlaubter Vortrieb

Dass wir keinen unerlaubten Vortrieb benutzen dürfen steht in Regel 42

Nach welchen Regeln segeln wir - in den Begriffsbestimmungen unter Regeln

Alle Regln nach denen wir segeln findet man in den Definitionen. Im Einzelnen sind das:

Den gesamten Text der diversen Kodizes findest du auf der World Sailing Seite.

Eigenverantwortung - Regel 4 Entscheidung zur Teilnahme an einer Wettfahrt

Deutsch: Die Verantwortung für die Entscheidung eines Bootes, an einer Wettfahrt teilzunehmen oder sie fortzusetzen, liegt allein bei ihm.

Wie mit Doping umgegangen wird - Regel 5 Anti-Doping

Das man nicht bestraft werden kann, wenn man von einem anderen Boot daran gehindert wird sich freizuhalten (Regel 21 Entlastung)

Achtung: Die Regel 21 ist vom Teil C nach D gewandert und deshalb ab 2017 nicht nur an Bahnmarken und Hindernissen sondern auch wenn der Raum zum Freihalten nach WR 15 oder 16 nicht gegeben wurde.

21 Exoneration / Entlastung

When a boat is sailing within the room or mark-room to which she is entitled, she shall be exonerated if, in an incident with a boat required to give her that room or mark-room, (a) she breaks a rule of Section A, rule 15 or rule 16, or
(b) she is compelled to break rule 31.

Deutsch: Wenn ein Boot innerhalb des ihm zustehenden Raums oder Bahnmarken-Raums segelt, ist es zu entlasten, wenn bei einem Vorfall mit einem Boot, das verpflichtet ist, ihm diesen Raum oder Bahnmarken-Raum zu geben
(a)es gegen eine Regel von Abschnitt A, Regel 15 oder Regel 16 verstößt oder
(b)es gezwungen wird, gegen Regel 31 zu verstoßen.

 

Frühstarter dürfen beim zurücksegeln niemanden behindern - Regel 22.1

Beim Ausführen einer Strafe dürfen wir niemanden behindern - Regel 22.2

Wenn wir durch das Backhalten des Segels zurück-, oder nach luv fahren, müssen wir uns freihalten - Regel 22.3.

Auch hier gab es ab 2017 eine wesentliche Änderung. Ab sofort ist auch die seitliche Bewegung des Bootes durch Backhalten des Segels von dieser Regel miterfaßt.

Regel 22.3:
A boat moving astern, or sideways to windward, through the water by backing a sail shall keep clear of one that is not.

Deutsch: Ein Boot, das sich durch Backhalten eines Segel rückwärts, oder seitwärts nach Luv durchs Wasser bewegt, muss sich von einem Boot freihalten, das dies nicht tut.

Wir müssen uns von gekenterten Booten freihalten - Regel 23

Achtung: Gekentert ist ein Boot erst, wenn das Masttopp im Wasser ist. Allerdings gilt diese Regel beim Aufstellen, solange das Boot nicht wieder unter Kontrolle ist.

Wir dürfen keine Bahnmarke berühren - Regel 31

Dazu gibt es einen Case, der besagt, dass es sich um eine Bahnmarkenberührung handelt, wenn irgendein Teil der Ausrüstung die Bahnmarke berührt. Da genügt schon die Spi Schot, oder die Baumnock. In diesem Case wird aber auch festgelegt, dass ein ausweichpflichtiges Boot keine Regel verletzt, wenn es von einem Ausrüstungsteil des Wegerechtsboots berührt wird, das unerwartet seine normale Position ändert. Aber auch zu diesem Thema habe ich schon Ausnahmen in den Segelanweisungen gesehen.

Case 77:
Contact with a mark by a boat's equipment constitutes touching it. A boat obligated to keep clear does not break a rule when touched by a right-of-way boat's equipment that moves unexpectedly out of normal position.

Deutsch: Berührt die Ausrüstung eines Boots eine Bahnmarke, so bedeutet dies eine Berührung. Wird ein ausweichpflichtiges Boot von der außerhalb ihrer normalen Lage befindlichen Ausrüstung eines Wegerechtboots unvoraussehbar berührt, während es sich freihält, so verletzt es keine Regel.

Angenommene Tatsachen
Die Boote A und B segeln mit gesetztem Spinnaker vor dem Wind. A rundet die Bahnmarke klar voraus von B. A hat Schwierigkeiten beim Bergen des Spinnakers und als es gerade einen Amwindkurs einnimmt weht sein Achterholer des Spinnakers etwa 30 Fuß (9m) nach achtern aus und wird über den Überwasserteil der Bahnmarke gezogen. Etwas später, als die Bahnmarke etwa fünf Längen hinter B ist, segeln die Boote am Wind mit Wind von Steuerbord und B etwa 20 Fuß(6m) hinter A. A hat weiterhin Probleme mit dem Spinnaker und der nach hinten auswehende Kopf des Spinnakers von A weht unvorhersehbar nach hinten aus und berührt das Vorstag von B.

Frage
Welche Regeln galten während des Vorfalls und hat ein Boot eine Regel verletzt?

Antwort
Als der hinterher gezogene Spinnakerachterholer von A über die Boje streift, hat A gegen Regel 31 verstoßen. A berührt die Bahnmarke im Sinne von Regel 31, wenn irgendein Teil ihres Rumpfes, ihrer Ausrüstung oder ihrer Mannschaft die Bahnmarke berührt. Die Tatsache, dass die Berührung der Ausrüstung mit der Bahnmarke aus Versehen geschah, weil beim Manövrieren oder Segelbedienen Schwierigkeiten auftauchten, entschuldigt nicht den Regelverstoß.
Als die Berührung zwischen den Booten geschah, hatten beide die Bahnmarke bereits gerundet, so dass Regel 18 nicht mehr galt. Die Boote überlappen nicht, denn A´s Spinnaker ist nicht in seiner normalen Lage. Es gilt Regel 12 und B muss sich von A freihalten und tut dies. In Übereinstimmung mit der Definition Freihalten hat B nichts getan oder versäumt, das A gezwungen hätte, Ausweichmaßnahmen zu ergreifen. Dies ist dadurch nachgewiesen, dass die Berührung ausschließlich durch die unerwartet aus seiner normalen Lage sich weg bewegende Ausrüstung von A stattfand. Deshalb hat B nicht gegen Regel 12 verstoßen. Regel 14 galt ebenfalls. A verletzte Regel 14, indem es eine Berührung herbeiführte, die vermeidbar war, da es jedoch weder Schaden noch Verletzung gab, kann sie dafür nicht bestraft werden. Für B war es nicht "vernünftigerweise möglich" möglich den Kontakt mit A´s Spinnaker zu vermeiden, als dieser nach achtern ausrauschte und deshalb verletzte B nicht Regel 14.
Anmerkung: Case 91 behandelt ebenfalls einen Fall, bei dem die Ausrüstung außerhalb ihrer normalen Position ist.

Wir dürfen Boote, gegen die wir im Moment nicht segeln nicht behindern - Regel 24

Boote die nicht in der Wettfahrt sind sollten Boote in der Wettfahrt nicht behindern und wir dürfen Boote auf einem anderen Bahnschenkel, oder die gerade eine Strafe ausführen nicht behindern, außer wir segeln unseren richtigen Kurs.

Achtung: Das gilt auch beim Teamsegeln. Boote auf anderen Bahnschenkel dürfen nicht behindert werden, außer man segelt seinen richtigen Kurs.

Wie läuft eine Wettfahrt ab, Startsignale, Rückrufe, P,I,U Regel, Abbruch, Abkürzung etc. - Regel 25 - 27, 29, 30, 32,33,34 Teil 3 - Durchführung einer Wettfahrt

Absegeln der Bahn - Regel 28 Teil 3 - Durchführung einer Wettfahrt

Wo steht, dass man bei Y eine Schwimmweste tragen muss - Regel 40 Teil 4 - Weitere Erfordernisse in einer Wettfahrt

Achtung Änderung: Wurde Y bereits an Land gesetzt, gilt diese Regel für die gesamte Zeit während die Boote auf dem Wasser sind und nicht nur während der Wettfahrt!

. .

Achtung: Im Prinzip ist jeder für seine Sicherheit verantwortlich und damit auch für das Tragen einer Schwimmweste unabhängig von Y. Manche Wettfahrtleiter setzen Y deshalb nur dann wenn eine geänderte Situation zu erwarten ist, die der Teilnehmer nicht voraussehen kann (z.B. Wetterbericht sagt Sturm voraus).

Ein Boot nicht disqualifiziert werden soll, wenn es durch ein anderes ausweichpflichtiges Boot zu einer Regelverletzung gezwungen wurde - 64.1. a.

 

 

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Das ist nicht so selbstverständlich steht aber auch in den WR

Regel 3: Anerkennung der Regeln

Ab 2017 sind auch alle unterstützenden Personen und Eltern an diese Regeln gebunden.

In Regel 3.3 (c) verzichten alle Teilnehmer und Bootseigner auf die Anrufung eines ordentlichen Gerichtes oder eines anderen Tribunals.

Diese Regel widerspricht meist den nationalen Rechtsvorschriften und wird im Ernstfall voraussichtlich keine Gültigkeit haben. Insbesondere das Anrufen des Internationalen Sportgerichtshofes (Court of Arbitration) in Lausanne wird man den Seglern nicht nehmen können.

Bei den olympischen Spielen räumt die ISAF auf Druck des olympischen Komitees den Seglern sogar ausdrücklich das Recht ein, als letzte Instanz den CAS anzurufen.

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Beim Start

gelten die üblichen Regeln des Teils 2 Abschnitt A und Abschnitt B. Sonderregeln sind nicht erforderlich. Beachte aber, dass Teil C (Innenposition etc.) nicht gilt.

Warum gilt Regel 18 "ABSCHNITT C - An Bahnmarken und Hindernissen" nicht beim Start?

In der Präambel zum Abschnitt C steht:

Section C rules do not apply at a starting mark surrounded by navigable water or at its anchor line from the time boats are approaching them to start until they have passed them.

Deutsch: Die Regeln von Abschnitt C gelten nicht an einer von schiffbarem Wasser umgebenen Startbahnmarke oder ihrer Ankerleine von der Zeit an, ab der die Boote sich ihr nähern, um zu starten, bis sie diese passiert haben.

Aus diesem Grund gibt es beim Start üblicherweise weder Innenposition noch Raum an Hindernissen. Einzige Ausnahme, wenn die Startlinie nicht durch ein Schiff oder eine Boje, sondern durch Festland begrenzt wird. Das ist aber irgendwie auch logisch.

Was gibt es sonst noch beim Start speziell zu beachten

Regel 17 (Wind von der gleichen Seite; richtiger Kurs) gilt nicht, da nach den Definitionen ein Boot vor seinem Startsignal keinen richtigen Kurs hat. Das bedeutet aber nicht, das es irrelevant ist, wie eine Überlappung in der Vorstartphase zustande gekommen ist, da mit dem Startsignal jedes Boot einen richtigen Kurs hat, darf ab diesem Zeitpunkt ein Leeboot, das eine Überlappung von hinten gemäß Regel 17 hergestellt hat, nicht höher segeln als seinen richtigen Kurs auch dann nicht, wenn diese Überlappung bereits 2 Minuten vor dem Startsignal hergestellt wurde.

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An Bahnmarken und Hindernissen

Wettfahrtkurse führen in der Regel um Bahnmarken. Bei Regel 18 geht es darum, welche zusätzlichen Regeln beim Runden von Bahnmarken und beim Passieren von Hindernissen gelten. Ziel der Regel ist es Bahnmarken ohne Kollision mit anderen Schiffen zu runden. Grundsätzlich gelten auch bei Bahnmarken und Hindernissen alle anderen Regeln des Teil 2.

Wir schauen uns zuerst die zusätzlichen Regeln an, die bei Bahnmarken und Hindernissen gelten. Im Anschluss dann einige Animationen und ISAF Entscheidungen.

Tatsache ist, dass bei Bahnmarken immer alle Boote zusammenkommen und es meistens sehr eng zu geht. In der Praxis sind speziell in Jollenklassen Berührungen und Regelverstöße nicht immer zu vermeiden. Unser ganzes Tun sollte in jeden Fall darauf ausgerichtet sein, Schäden an anderen Booten zu vermeiden. Oft ist es besser, auf ein vermeintliches Wegerecht zu verzichten und die Boje rasch hinter sich zu bringen, als in eine Massenkollision verwickelt zu sein.

 

Wann gelten die Regel 18, 19, 20?

Diese Regeln sind im Abschnitt C "An Bahnmarken und Hindernissen" zusammengefasst. In der Preamble zu Abschnitt C steht:

Section C rules do not apply at a starting mark surrounded by navigable water or at its anchor line from the time boats are approaching them to start until they have passed them.

Deutsch: Die Regeln von Abschnitt C gelten nicht an einer von schiffbarem Wasser umgebenden Startbahnmarke oder ihrer Ankerleine von derZeit an, ab der die Boote sich ihr nähern, um zu starten, bis sie diese passiert haben.

So weit so klar, dass diese Regeln nicht beim Start gelten wissen wir schon aus dem vorigen Kapitel.

18 MARK-ROOM / Bahnmarken Raum

18.1 When Rule 18 Applies
Rule 18 applies between boats when they are required to leave a mark on the same side and at least one of them is in the zone. However, it does not apply
(a) between boats on opposite tacks on a beat to windward,
(b) between boats on opposite tacks when the proper course at the mark for one but not both of them is to tack,
(c) between a boat approaching a mark and one leaving it, or
(d) if the mark is a continuing obstruction, in which case rule 19 applies.

Deutsch: 18.1. Geltungsbereich der Regel 18
Regel 18 gilt zwischen Booten, wenn sie eine Bahnmarke an der gleichen Seite lassen müssen und mindestens eines von ihnen in der Zone ist. Sie gilt jedoch nicht
(a) zwischen Booten auf entgegengesetztem Schlag auf einer Kreuz nach Luv,
(b) zwischen Booten auf entgegengesetztem Schlag, wenn der richtige Kurs an der Bahnmarke für eines von ihnen, aber nicht für beide eine Wende erfordert,
(c) zwischen einem Boot, das sich der Bahnmarke nähert, und einem Boot das sich von dieser entfernt, oder
(d) wenn die Bahnmarke ein ausgedehntes Hindernis ist; in diesem Fall gilt Regel 19.

Regel 18 gilt ausdrücklich nicht, bei Startbahnmarken, und wenn Boote mit Wind von unterschiedlicher Seite am Kreuzkurs zu einer Bahnmarke kommen. Da gelten die gleichen Regeln, wie überall sonst am Kurs auch. Wendet in diesem Fall eines der Boote, während das andere die Bahnmarke anliegen kann beginnt Regel 18.3. zu gelten,

18.2 Giving Mark-Room
(a) When boats are overlapped the outside boat shall give the inside boat mark-room, unless rule 18.2(b) applies.
(b) If boats are overlapped when the first of them reaches the zone, the outside boat at that moment shall thereafter give the inside boat mark-room. If a boat is clear ahead when she reaches the zone, the boat clear astern at that moment shall thereafter give her mark-room. If a boat is clear ahead when she reaches the zone, the boat clear astern at that moment shall thereafter give her mark-room.
(c) When a boat is required to give mark-room by rule 18.2(b),
(1) she shall continue to do so even if later an overlap is broken or a new overlap begins.
(2) if she becomes overlapped inside the boat entitled to mark-room, she shall also give that boat room to sail her proper course while they remain overlapped.
(d) Rules 18.2(b) and (c) cease to apply when the boat entitled to mark-room has been given that mark-room, or if she passes head to wind or leaves the zone.
(e) If there is reasonable doubt that a boat obtained or broke an overlap in time, it shall be presumed that she did not.
(f) If a boat obtained an inside overlap from clear astern or by tacking to windward of the other boat and, from the time the overlap began, the outside boat has been unable to give markroom, she is not required to give it.

Deutsch: 18.2. Bahnmarken - Raum geben
(a) Überlappen Boote, muss das außen liegende Boot dem innen liegenden Boot Bahnmarken - Raum geben, so ferne nicht Regel 18.2. (b) gilt.
(b) Überlappen Boote, wenn das erste von ihnen die Zone erreicht, muss das zu diesem Zeitpunkt außen liegende Boot anschließend dem innen liegenden Boot Bahnmarken-Raum geben. Ist ein Boot klar voraus, wenn es die Zone erreicht, muss das zu diesem Zeitpunkt klar achteraus liegende Boot anschließend Bahnmarken-Raum geben.
(c) Wenn ein Boot nach Regel 18.2(b) verpflichtet ist, Bahnmarken-Raum zu geben,
(1) muss es dies weiterhin tun, auch wenn die Überlappung später gelöst wird oder es eine neue Überlappung erhält;

(2) wenn es zu dem Boot mit Anrecht auf Bahnmarken-Raum eine innere Überlappung erhält, muss es diesem Boot auch Raum zum Segeln seines richtigen Kurses geben, solange die Überlappung besteht.
(d) Die regeln 18.2 (b) und (c) hören auf zu gelten, wenn dem Boot mit Anrecht auf Bahnmarken-Raum dieser bahnmarkenraum gegeben wurde oder wenn es mit dem Bug durch den Wind geht, oder die Zone verläßt.
(e) Gibt es berechtigte Zweifel, ob ein Boot eine Überlappung rechtzeitig hergestellt, oder gelöst hat, ist anzunehmen, dass es das nicht tat. .
(f) Erhielt ein Boot von klar achteraus oder durch eine Wende auf der Luvseite des anderen Bootes eine innere Überlappung und ist ab dem Zeitpunkt des Erhalts der Überlappung das außen liegende Boot nicht in der Lage, Bahnmarken-Raum zu geben, so muss es diesen nicht geben.

 

 

Der Regelgrundsatz ist, dass das außenliegende Boot einem innenliegenden Boot Raum geben muss, die Wendemarke, oder das Hindernis zu passieren. Das schließt auch den Raum für eine Wende oder Halse des innenliegenden Bootes mit ein.

Es gibt aber einige Ausnahmen und Einschränkungen:

Die Überlappung muss außerhalb der Zone hergestellt werden. Dann spielt es auch keine Rolle, falls die Überkappung später wieder gelöst wird. Der Zeitpunkt ab dem die Überlappung hergestellt sein muss ist, wenn der Rumpf des ersten Bootes (und nicht der Spinnaker und nicht der Bugspriet) in die Zone eintritt. Die Größe der Zone richtet sich nach der Länge des ersten Bootes das in die Zone eintritt.

Wendet eines der Boote verliert es das Recht auf Bahnmarkenraum.

Hier ein kleines Beispiel:

 

Keiner der in Regel 18.1 taxativ aufgezählten Ausschließungsgründe trifft zu. Deshalb gilt grundsätzlich einmal Regel 18.
Rot überlappt mit Grün zum Zeitpunkt des Eintritts in die Zone. Demnach hat Grün Anspruch auf Bahnmarkenraum (18.2.(a). Nach dem Runden der Bahnmarke gelten wieder die Grundregeln, 11 (Lee vor Luv), bzw. 12(achteraus liegendes Boot muss sich freihalten)

Wie ist die folgende Situation zu beurteilen?

Zwischen Grün und Gelb ist alles klar. Es gibt eine Überlappung, Gelb muss Grün Bahnmarkenraum geben. Grün muss sich freihalten. Nach dem Runden der Boje gehen beide Boote auf Vorwindkurs und das blaue Boot segelt mit Wind von Backbord zur Wendemarke. Da eines der Boote sich der Bahnmarke nähert und ein Boot sich von der Bahnmarke entfernt, gilt Regel 18 nicht (Regel 18.1(c)). Demnach müssen wir die Grundregeln 10 - 17 anwenden. Um die Situation besser beurteilen zu können, gibt es hier ein Standbild aus obiger Animation. Wir sehen, dass der Großbaum von Gelb bereits auf der rechten Seite ist. Das Boot definitionsgemäß mit Wind von Backbord segelt genau wie Blau. Denach gilt ab diesem Moment Regel 11 zwischen Gelb und Blau. Blau ist das Leeboot und Gelb muss sich freihalten. Da Blau durch eine Handlung von Boot Gelb (Halse) Leeboot wird, gilt Regel 15 (Wegerecht erlangen) nicht. Nachdem klar ist, das Gelb seiner Verpflichtung Raum zu geben nicht nachkommt, versucht Blau durch Anluven eine Kollision mit Gelb zu vermeiden. Zwischen Gelb und Blau gilt Regel 10. Blau segelt mit Wind von Backbord und muss sich demnach von Grün freihalten. Durch das Ausweichmanöver von Blau kommt es auf Kolissionskurs mit Grün und kann seiner Verpflichtung sich freizuhalten nicht nachkommen. es versucht zwar unmittelbar Hinter Gelb wieder abzufallen, es kommt abr dennoch zu einer leichten Berührung zwischen Grün und Blau. Gemäß Regel 64.1.(a) wird Blau aber von dieser Regelverletzung entlastet.

Sollte es in diesem Fall zu Protesten kommen wäre Gelb wegen Verletzung der Regel 11 zu disqualifizieren.

 

Graphik nicht verfügbar!

 

Wie ist folgende Situation regeltechnisch zu beurteilen. das gelbe Boot ist klar voraus und wird die Bahnmarke ohne Probleme als erstes Boot runden. Drei Boote nähern sich der Luvtonne, die Backbord gerundet werden soll.Blau und Grün sind etwas unterhalb der Layline und überlappen beim Eintritt in die Zone.

Demnach gilt zwischen den beiden Regel 18. und Blau muss Grün Bahnmarkenraum geben. Allerdings hört in disem Fall Regel 18 in dem Moment zu gelten auf, wo der Großbaum von Grün die Mittschiffslinie überschreitet, da in diesem Moment Grün beginnt zu wenden. (18.1.(b) Ausnahme für den Geltungsbereich von Regel 18). Jetzt muss sich Grün auf Grund Regel 13 freihalten. Blau luvt an kann so die Boje ohne Wende passieren. Blau kann die Boje anliegen und segelt die ganze Zeit seinen richtigen Kurs. Das er, um die Boje zu runden bis in den Wind luven muss ist unerheblich (vgl. Definitionen Richtiger Kurs und Anliegen). Sollte es während der Wende von Grün zu einer Berührung kommen, ist Grün zu disqualifizieren. Sollte es zwischen den Boote zu einer Berührung kommen, bevor der Großbaum von Gelb die Mittellinie passiert, hätte Blau Bahnmarkenraum geben müssen und ist deshalb zu disqualifizieren.

 

In der folgenden Animation nähern sich drei Boote der Leetonne. In der Animation ist es sehr schwierig festzustelen, ob die Boote beim Euntritt in die Zone überlappen, bzw. sogar welches Boot als erstes in die zone eintritt ist nicht zu erkennen. Am Wasser die Entscheidung zu treffen wird noch viel schwieriger sein, weil erstens kann man sich die Situation nicht aus der Vogelperspektive, sondern nur aus der verzerrten Perspektive des Seglers anschauen und zweiten gibt es keinen Frabkreis um die Wendemarke, der die Zone kennzeichnet.

Wir schauen uns deshalb das Standbild beim Eintritt des ersten Bootes in die Zone an:

Graphik nicht verfügbar!

Gelb erreicht als erstes Boot die Zone und überlappt aussen mit grün und innen mit blau. Gemäß Definition der Überlappung besteht zwischen allen drei Booten eine Überlappung und demnach muss Gelb dem blauen Boot und Grün dem gelben Boot Bahnmarkenraum geben. Blau rundet innen vor Gelb und Grün die Wendemarke. Gelb hat Grün genügend Bahnmarkenraum gegeben. Blau hat keinen Anspruch auf Raum für eine taktische Bahnmarkenrundung.

 

Die folgende Situation ist der Vorigen sehr ähnlich und doch ganz anders zu beurteilen. Drei Boot enähern sich deer Leetonne. Kurz bevor das außenliegende rote Boot die Zone berührt, steuert Grün extrem nach Steuerbord und löst damit die Überlappung zum inneren blauen Boot. Die Überlappung zwischen Grün und dem außenliegenden roten Boot bleibt bestehen, Demach hat Grün Anspruch auf Bahnmarkenraum von Blau. Da beim Eintritt von Rot in die Zone keine Überlappung zwischen Blau und Grün besteht, hat Blau kein Anrecht auf Bahnmarkenraum. Blau muss sich demnach von Grün freihalten. Grün rundet als erste die Boje.

Erst das folgende Standbild zeigt die genaue Situation beim Eintauchen des ersten Bootes in die Zone. In der bewegten Animation kann die Situation nur sehr schwer beurteilt werden.

Graphik nicht verfügbar!

 

 

Im folgenden noch einige Cases, die sich mit Situationen an Bahnmarken und Hindernissen befassen

Case 12:

In determining the right of an inside boat to mark-room under rule 18.2(b), it is irrelevant that boats are on widely differing courses, provided that an overlap exists when the first of them reaches the zone.

Deutsch: Bei der Entscheidung ob ein innen liegendes Boot Anspruch auf Bahnmarken-Raum hat, ist es unerheblich, dass die Boote völlig verschiedene Kurse fahren, sofern eine Überlappung besteht, wenn das erste Boot die Zone erreicht.

Auf Grund der Strömung bewegt sich das blaue Boot wesentlich schneller über Grund, als das gelbe Boot. Dennoch besteht eine Überlappung, zum Zeitpunkt des Eintauchens in die Zone. Demnach gilt Regel 18.2.(b) und Gelb muss Bahnmarkenraum geben, auch wenn zu diesem Zeitpunkt Blau auf einen gänzlich anderen Kurs und noch weit von der Bahnmarke entfernt ist.

 

Auch im folgenden Fall besteht zu jeder Zeit eine Überlappung zwischen Gelb und Blau. Gelb muss sich demnach freihalten und Blau Bahnmarkenraum geben.

 

 

Case 95:

If two overlapped boats on the same tack are on a beat to windward and are subject to rule 18.2(b), rule 18 ceases to apply when either of them turns past head to wind. When a right-of-way boat is compelled to touch a mark as a result of the other boat's failure to keep clear, she is exonerated from her breach of rule 31.

Deutsch: Regel 18.2(b) hört auf zu gelten, wenn entweder das Boot, das Anspruch auf Bahnmarken-Raum hat oder das Boot das ihn geben muss, mit dem Bug durch den Wind geht. Wenn ein Wegerechtboot dazu gezwungen wird, eine Bahnmarke zu berühren, weil das andere Boot es versäumt sich frei zu halten, ist es von dem Verstoß gegen Regel 31 zu entlasten.

Blau und Gelb näherten sich der Luvtonne mit Wind von Backbord. es besteht eine Überlappung. Blau befindet sich ca. 1-2 Bootslängen in Lee von Gelb. Blau wendet und taucht hinter Gelb durch. Gelb wendet dann in Luv von Blau. Gelb luvt dan an und Blau m,uss um eine Kolission zu vermeiden abfallen und berührt daduch die Bahnmarke. Blau protestiert.

Entscheidung

Blau und Gelb überlappten beim Eintauchen von Gelb in die Zone. Blau muss nach Regel 18.2(b) Gelb Bahnmarkenraum geben. Durch die Wende von Blau Regel 18.2. ncht mehr anzuwenden. Die Boote segeln nun mit Wind von entgegengesetzter Seite und Blau liegt die Bahnmarke an. Blau unterliegt anfangs Regel 15 und muss anfamgs Gelb Raum geben. Gelb hat aber genügend Raum und kann vor Blau queren. Dann hat Blau Wegerecht zuerst nach Regel 10, dann während der Wende von Gelb nach Regel 13 und schließlich nach Regel 11.Gemäß der Definition von Freihalten, muss Gelb so segeln, dass Blau keine Ausweichmaßnahmen vornehmen muss. Da Blau abfallen musß um eine berührung mit Gelb zu vermeiden hat sich Gelb nicht genügend freigehalten. Blau verletzt zwar durch die Bahnmarkenberührung Regel 31 ist aber auf Grund Regel

64.1.(a) entschuldigt. Gelb wird disqualifiziert.

Decision
When Jagga reached the zone she was overlapped inside Freebird. From that time until Freebird turned past head to wind, rule 18.2(b) required Freebird to give Jagga mark-room. However, after Freebird turned past head to wind, rule 18 ceased to apply (see rule 18.1(a)) and Jagga was no longer entitled to mark-room. The boats were then on opposite tacks, with Freebird fetching the mark. Freebird was subject to rule 15 after she
completed her tack. She complied with that rule because Jagga had room to keep clear by crossing ahead of Freebird. Between positions 2 and 3 when Jagga turned past head to wind, she became subject to rule 13 in the zone, and therefore rule 18.3 began to apply. When Jagga completed her tack, Freebird was overlapped inside 182 her. Jagga was then required by rule 11 to keep clear of Freebird and by rule 18.3(b) to give Freebird mark-room. After Jagga crossed ahead of Freebird, Freebird had right of way, first under rule 10, then under rule 13 and finally under rule 11. Therefore, Jagga had no protection from rule 15 during that time. Rule 11 and the definition Keep Clear required Jagga to sail so that Freebird could 'sail her course with no need to take avoiding action'. The fact that, when Jagga luffed, Freebird had to change course to void contact was evidence that Jagga did not keep clear and did not give Freebird mark-room as required by rule 18.3(b). The protest committee correctly disqualified Jagga under rule 18.3(b), but she also broke rule 11. Freebird broke rule 31 when she touched the mark, but she is exonerated under rule 64.1(c). Jagga's appeal is dismissed.

In der folgenden Animation geht es um eine etwas andere Situation. Blau überlappt beim Eintritt in die Zone mit Gelb. Es gilt Regel 18.2.(b). Blau wendet innerhalb der Zone, dadurch hört Regel 18 auf zu gelten. Blau muss sich nach Regel 10 von Gelb freihalten. Gelb liegt laut Definition die Bahnmarke an.

 

Case 2:

If the first of two boats to reach the zone is clear astern when she reaches it and if later the boats are overlapped when the other boat reaches the zone, rule 18.2(a), and not rule 18.2(b), applies. Rule 18.2(a) applies only while boats are overlapped and at least one of them is in the zone.

Deutsch: Regel 18.2(b) gilt nicht zwischen einem Boot klar voraus und einem Boot klar achteraus, wenn das Boot klar achteraus die Zone vor dem Boot klar voraus erreicht. Regel 18.2(b) gilt nicht zwischen zwei Booten, die sich nicht überlappen bevor das erste von ihnen den Zweilängenbereich erreicht. Regel 18.2(a) gilt nur, wenn Boote überlappen und mindestens eines von ihnen in der Zone ist.

Anlaßfall prüfen

Case 25:
When an inside overlapped windward boat that is entitled to mark-room sails below her proper course while at the mark, she must keep clear of the outside leeward boat, and the outside boat may luff provided that she gives the inside boat room to keep clear.

Deutsch: Wenn ein innen überlappendes Luvboot mit Anspruch auf Bahnmarken-Raum an der Bahnmarke tiefer als seinen richtigen Kurs segelt, muss es sich vom außen liegenden Boot frei halten und das außen liegende Boot darf luven vorausgesetzt es gibt dabei dem innen liegenden Boot Raum zum frei halten.

Summary of the Facts
Two 15-foot (3.5 m) dinghies, IW and OL, were approaching a leeward port-hand mark. IW established an inside overlap on OL well before the boats reached the zone, and OL gave IW space to sail to the mark and then to sail her proper course while at the mark. After IW passed the mark, OL 87 began to luff to her course to the next mark. IW was slower in heading up, and her boom, still well out, touched OL's helmsman and shrouds. At the time of the contact IW was a hull length from the mark and over 45 degrees below close-hauled. No damage or injury occurred. IW protested OL under rule 18.2(b), and OL protested IW under rule 11.Animation case 25 The protest committee decided that, because IW did not luff to a closehauled course while she was at the mark, she did not sail her proper course during that time. IW did not deny this but attributed it to her boom-end
mainsheet rig as compared to the centre-lead rig used by OL. The protest committee dismissed IW's protest, upheld OL's, and disqualified IW for breaking rule 11. IW appealed. Decision Rule 18.2(b) required OL to give IW room to sail to the mark and then room to sail her proper course while at the mark. Clearly, between positions 1 and 2 OL gave IW room to sail to the mark. At position 2, IW was 'at the mark' and between positions 2 and 3 she was entitled to room to sail her proper course. Her proper course during that time was to luff onto a close-hauled course, and OL gave her room to do so. Therefore, OL did not break rule 18.2(b). When OL luffed between positions 2 and 3, IW was required by rule 11 to keep clear of OL, and OL was required by rule 16.1 to give her room to do so. OL luffed approximately 30 degrees while moving forward two hull lengths. Even with a boom-end mainsheet rig, a boat sailed in a seamanlike way can turn through 30 degrees and trim her mainsail appropriately 88 while moving forward two hull lengths. Therefore, OL gave IW room to
keep clear and OL did not break rule 16.1. OL could easily have avoided contact with IW, and so OL broke rule 14. However, she is not penalized for doing so because neither boat was damaged, nor was there any injury.
IW sailed well below her proper course; in fact she sailed a hull length away from the mark on a course over 45 degrees below close-hauled and, as a result, took much more space than rule 18.2(b) entitled her to take.
Throughout the incident IW was required by rule 11 to keep clear of OL. Shortly before the contact, IW broke rule 11 by failing to keep clear. It was possible for IW to have avoided the contact, and therefore IW also broke rule 14. However, because IW was entitled to mark-room and the contact resulted in neither damage nor injury, she too can not be penalized for breaking rule 14. IW's appeal is dismissed. The protest committee's decision to disqualify IW under rule 11 is upheld.

Case 59:
When a boat comes abreast of a mark but is outside the zone, and when her change of course towards the mark results in a boat that is in the zone and that was previously clear astern becoming overlapped inside her, rule 18.2(a) requires her to give mark-room to that boat, whether or not her distance from the mark was caused by giving mark-room to other boats overlapped inside her.

Deutsch: Kommt ein Boot auf Höhe der Bahnmarke, ist es aber außerhalb der Zone und bewirkt eine Kursänderung zur Bahnmarke, dass ein in der Zone befindliches Boot, das zuvor klar achteraus war eine Innenüberlappung erreicht, muss es diesem Boot nach Regel 18.2(a) Bahnmarken- Raum geben und zwar unabhängig davon, ob der Abstand zur Bahnmarke darauf zurückzuführen ist, dass es anderen innen liegenden Booten Raum geben musste, oder nicht.

Assumed Facts
Five boats were approaching a leeward mark dead before the wind. Four of them were overlapped in line with A nearest the mark. The fifth boat, E, was clear astern of A, B and C when those three boats reached the zone.
When D came abreast of the mark and turned to round it, E became overlapped inside D. This occurred after E had already reached the zone and before D reached it. E rounded the mark behind A, B and C but inside
D, which was able to give mark-room to E.Graphik case 95_1

Standbild

Graphik nicht verfügbar!

Question
Was E entitled to mark-room under rule 18.2(a) from D?
Answer
Yes.
Because E was clear astern of A, B and C when they reached the zone, she was required by rule 18.2(b) to give each of them mark-room. Between E and D, however, a different relationship developed. In order to
leave room for the three inside boats with their booms fully extended, D had to approach the mark on a course that brought her abreast of it outside the zone. When E reached the zone, she was clear astern of D and D was still outside the zone. Therefore, rule 18.2(b) did not apply between D and E. When D changed course towards the mark, E obtained an inside overlap 136 and rule 18.2(a) began to apply between D and E. E was entitled to markroom under that rule, which D was able to give.

 

Case 70:
An inside overlapped windward boat that is entitled to and is receiving markroom from the outside boat must keep clear of the outside boat

Deutsch: Ein innen überlappendes Luv-Boot, das Anspruch auf Bahnmarken-Raum hat und diesen Bahnmarken-Raum erhält, muss sich nach Regel 11 vom außen liegenden Boot frei halten.

 

Q&A 2006-005 B 001

Situation
Two catamarans on opposite tacks both sailing a downwind leg on reaching angles were approaching the gate heading for different marks. They reached the gate at the same time and collided in the middle. At that moment the gate was less than 6 hull lengths wide and the boats were in both circles at the same time.

Question 1
What rules do apply and how to decide?

Answer 1
Boats that are sailing to different gate marks are not leaving the same mark on the same side. However, whether or not rule 18 applies, rules 10 and 14 continue to apply. Blue must keep clear of Yellow, and both boats must avoid contact.

Question 2
Could a gate which is less than 6 hull lengths wide be considered as an improper action of the Race Officer?

Answer 2
The width of a gate does not necessarily constitute an "improper" race committee action. Factors such as the size of the fleet, type of boats, wind conditions, sea state, current and water depth must be considered. A "perfectly set" gate may become less-than desirable due to changing conditions, often too late to make any corrections. Even if there was an "improper" action by the race committee in this case, that action did not significantly worsen the boat's score through no fault of her own. The race committee's actions did not prevent the boat from avoiding the collision.

 

Q&A 2009-017 B 003

Situation
Two port-tack-boats are overlapped approaching the windward mark that should be rounded on port. The windward and inside boat (Green) is tacking to round the mark on her proper course. After Green passes head to wind (position 5), there is a minor contact between Green and Red. The following comments have been made by the questioner leading to his questions below: Up to position 4, Red has to give mark-room because of rule 18.2(a). Mark-room includes the room to tack for the inside windward overlapped boat (see definition Mark-Room). After passing head to wind, the boats are not overlapped and rule 18.2(a) ceases to apply and rule 18.2(b) ceases to apply (See last sentence of rule 18.2(c)).

Question 1
Does the outside boat (Red) break rule 18.2(a)?

Answer 1
No, the outside boat (Red) does not break rule 18.2(a).It is clear from the diagram that when the first boat (Green) reaches the zone, she is either overlapped inside Red or she is clear ahead of Red. In either case, rule 18.2(b) applies and requires Red to give Green mark-room. Red breaks rule 18.2(b) at position 4, while the boats are on the same tack.

Question 2:
Is the breach of rule 13 by the inside boat (Green) exonerated by rule 18.5(a) or 18.5(b)?

Answer 2:
Green is exonerated under rule 18.5(b). Her breach of rule 13 (a rule of section A) while rounding the mark on her proper course results from Red's failure to give her mark-room while rule 18 applied.

 

Q&A 2009-022 B 005

Question 1
Is a boat entitled to mark-room allowed to make a tactical approach/tactical rounding (often called "wide in, tight out") of the mark or is boat entitled to mark-room only allowed to a seamanlike approach/rounding?

Answer 1
Mark-room is split into two aspects:
(i) Room to sail to the mark. If the boat entitled to mark-room is the keep-clear boat, then room to sail to the mark is neither room to sail her proper course (if extra room is needed for a proper course approach), nor is it room to make a more tactical rounding If the boat entitled to mark-room has right of way, she is free to sail any course within the limitations of the rules of Part 2, Section B, and, if it applies, rule 18.4.
(ii) Then, room to sail her proper course while at the mark. A boat may sail her proper course from the time she is at the mark and while she rounds or passes the mark and until she no longer needs the mark-room. This course would therefore be the one the boat would sail in the absence of the other boats referred to in the rule.
Only an inside right-of-way boat that is entitled to mark-room may make a tactical approach and a tactical rounding. However, if the inside right-of-way boat is subject to rule 18.4, then, until she gybes, she may not sail farther from the mark than needed to sail her proper course. Note that a tactical rounding may be wider than a proper course rounding.

Question 2
Before the 2009 rules there was a difference in rounding a mark when the inside boat also had right of way and was specifically permitted to make a tactical rounding unlike a situation with an inside keep-clear boat where a tactical rounding was not permitted. Is that situation continued under the 2009 rules?

Answer 2
There is no game change between the 2005 and 2009 rules for the purpose of room given or taken at a mark. The removal of the preamble to Section C in the 2005 rules that said 'To the extent that a Section C rule conflicts with a rule in Section A or B, the Section C rule takes precedence' means that there is now no precedence to any of the rules of Sections A or B, so those rules always apply whenever a boat is entitled to mark-room. As a result, the words 'and if the inside boat has right of way the outside boat shall also keep clear' are no longer necessary.

 

 


 

 

18.3. Tacking in the Zone / Wenden in der Zone

Neuer text ab 2017:
If a boat in the zone of a mark to be left to port passes head to wind from port to starboard tack and is then fetching the mark, she shall not cause a boat that has been on starboard tack since entering the zone to sail above close-hauled to avoid contact and she shall give mark-room if that boat becomes overlapped inside her. When this rule applies between boats, rule 18.2 does not apply between them.

Deutsch: Wenn ein Boot in der Zone einer Bahnmarke, die an Backbord zu lassen ist, mit dem Bug durch den Wind geht von Backbordschlag (Wind von Backbord) auf Steuerbordschlag (Wind von Steuerbord) geht und dann die bahnmarke anliegen kann, darf es das Boot, das seit Erreichen der Zone auf Steuerborschlag (Wind von Steuerbord) war, nicht veranlassen höher als am Wind zu segeln um eine brührung zu vermeiden und muss diesem Boot Bahnmarkenraum geben, wenn es eine innere Überlappung zu ihm erhält. Wenn diese regel zwischen Booten gilt, gilt Regel 18.2. nicht zwischen ihnen.

Neu ist, auch wenn bei uns nahezu alle Bahnmarken an Backbord gelassen werden, dass diese Regel für Bahnmarken, die an Steuerbord gelassen werden nicht gilt. Das betrifft aber in der Regel nur Matchracer und die hatten ohnedies auch in der Vergangenheit eine abweichende Regel 18.3 im Anhang C (Wettfahrtregeln für Matchracing).

Die folgende Animation zeigt, wann Regel 18.3. anzuwenden ist:

 

Case 93:
If a boat luffs immediately after she becomes overlapped to leeward of another boat and there is no seamanlike action that would enable the other boat to keep clear, the boat that luffed breaks rules 15 and 16.1. The other boat breaks rule 11, but is exonerated under rule 64.1(c).

Deutsch: Wenn ein Boot plötzlich luvt, nachdem es eine Überlappung in Lee zu einem anderen Boot hergestellt hat und es gibt keine Möglichkeit für das andere Boot, sich in guter Seemannschaft frei zu halten, dann hat das luvende Boot gegen Regel 15 und 16.1 verstoßen. Das andere Boot hat gegen Regel 11 verstoßen, wird aber dafür nach Regel 64.1(c) entlastet.

Case 95:
If two overlapped boats on the same tack are on a beat to windward and are subject to rule 18.2(b), rule 18 ceases to apply when either of them turns past head to wind. When a right-of-way boat is compelled to touch a mark as a result of the other boat's failure to keep clear, she is exonerated from her breach of rule 31.

Deutsch: Regel 18.2(b) hört auf zu gelten, wenn entweder das Boot, das Anspruch auf Bahnmarken-Raum hat oder das Boot das ihn geben muss, mit dem Bug durch den Wind geht. Wenn ein Wegerechtboot dazu gezwungen wird, eine Bahnmarke zu berühren, weil das andere Boot es versäumt sich frei zu halten, ist es von dem Verstoß gegen Regel 31 zu entlasten.

Q&A 2009-030 B 008

Two boats were approaching a mark on opposite tacks and one of them changed tack outside the zone. When the boat that changed tack entered the zone she was past head to wind but had not yet reached a close hauled course. The other boat was fetching the mark.

Question:
Does rule 18.3 now apply between the two boats?

Answer:
Yes. The requirements for rule 18.3 to apply are met when, as a result of changing tack, one of them is subject to rule 13 in the zone and the other is fetching the mark. Whether the boat changes tack outside or inside the zone is irrelevant

 

18.4 Gybing / Halsen

When an inside overlapped right-of-way boat must gybe at a mark to sail her proper course, until she gybes she shall sail no farther from the mark than needed to sail that course. Rule 18.4 does not apply at
a gate mark.

Deutsch: Muss ein innen überlappendes Boot mit Wegerecht an einer Bahnmarke halsen, um seinen richtigen Kurs zu segeln, darf es bis zum Halsen nicht weiter an der Bahnmarke vorbeisegeln, als es für das Segeln dieses Kurses notwendig ist. Regel 18.4. gilt nicht an einer Tor-Bahnmarke.

Case 75:
When rule 18 applies, the rules of Sections A and B apply as well. When an inside overlapped right-of-way boat must gybe at a mark, she is entitled to sail her proper course until she gybes. A starboard-tack boat that changes course does not break rule 16.1 if she gives a port-tack boat adequate space to keep clear and the port-tack boat fails to take advantage of it promptly.

Deutsch: Wenn Regel 18 gilt, gelten die Regel von Abschnitt A und B auch. Wenn ein innen überlappendes Boot mit Wegerecht an einer Bahnmarke halsen muss, darf es seinen richtigen Kurs segeln bis zur Halse. Ein Boot mit Wind von Steuerbord, das seinen Kurs ändert, verstößt nicht gegen Regel 16.1, wenn es dem Boot mit Wind von Backbord angemessenen Raum zum frei halten gibt und das Boot mit Wind von Backbord diesen nicht sofort nutzt.xxx

 
19 ROOM TO PASS AN OBSTRUCTION / Raum zum Passieren eines Hindernisses
19.1 When Rule 19 Applies / Geltungsbereich der Regel 19

Rule 19 applies between two boats at an obstruction except
(a) when the obstruction is a mark the boats are required to leave on the same side, or
(b) when rule 18 applies between the boats and the obstruction is another boat overlapped with each of them.
However, at a continuing obstruction, rule 19 always applies and rule 18 does not.

Deutsch: Regel 19 gilt zwischen zwei Booten an einem Hindernis, außer
(a) wenn das Hindernis eine Bahnmarke ist, das die Boote an der gleichen Seite lassen müssen, oder
(b) wenn Regel 18 zwischen den Booten gilt und das Hindernis ist ein anderes Boot, das jedes von ihnen überlappt.
Allerdings gilt an einem ausgedehnten Hindernis immer Regel 19 und nicht Regel 18.

19.2 Giving Room at an Obstruction / Raum geben an einem Hindernis

(a) A right-of-way boat may choose to pass an obstruction on either side.
(b) When boats are overlapped, the outside boat shall give the inside boat room between her and the obstruction, unless she has been unable to do so from the time the overlap began.
(c) While boats are passing a continuing obstruction, if a boat that was clear astern and required to keep clear becomes overlapped between the other boat and the obstruction and, at the moment the overlap begins, here is not room for her to pass between them, she is not entitled to room under rule 19.2(b). While the boats remain overlapped, she shall keep clear and rules 10 and 11 do not apply.

Deutsch: (a) Ein Boot mit Wegerecht kann wählen, auf welcher Seite es ein Hindernis passieren will.
(b) Überlappen Boote, muss das außen liegende Boot dem innen liegenden Boot Raum zum Passieren zwischen ihm und dem Hindernis geben, außer es ist ab dem Zeitpunkt nach Herstellung der Überlappung dazu nicht in der Lage.
(c) Passieren Boote ein ausgedehntes Hindernis und erreicht ein Boot das klar achteraus war und sich frei halten musste, eine Überlappung zwischen dem anderen Boot und dem Hindernis und ist zum Zeitpunkt des Beginns der Überlappung kein Raum für es, um dazwischen zu passieren, hat es keinen Anspruch auf Raum nach Regel 19.2.(b). Bleiben beide Boote weiterhin überlappt, muss es sich freihalten und die Regeln 10 und 11 gelten nicht.

Case 3:
A leeward port-tack boat, hailing for room to tack when faced with an oncoming starboard-tack boat, an obstruction, is not required to anticipate that the windward boat will fail to comply with her obligation to tack promptly or otherwise provide room.

Deutsch: Ein mit Wind von Backbord segelndes Lee-Boot, das Raum zum Wenden wegen eines mit Wind von Steuerbord kommenden Boot, das ein Hindernis ist, verlangt, ist nicht verpflichtet vorauszuahnen, dass das Luv-Boot seiner Verpflichtung sofort zu wenden oder anderweitig Raum zu gewähren nicht nachkommt.

Case 29:
A leeward boat is an obstruction to an overlapped windward boat and a third boat clear astern. The boat clear astern may sail between the two overlapped boats and be entitled to room from the windward boat to pass between her and the leeward boat, provided that the windward boat has been able to give that room from the time the overlap began.

Deutsch: Ein Leeboot ist Hindernis für ein überlappendes Luvboot und ein drittes Boot klar achteraus. Das klar achteraus liegende Boot darf zwischen die zwei überlappenden Boote hineinfahren und hat Anspruch auf Raum vom Luvboot um zwischen ihm und dem Leeboot zu passieren, vorausgesetzt das Luvboot ist ab dem Zeitpunkt der Herstellung der Überlappung dazu in der Lage.

Case 41:
If an obstruction can be passed on either side by two overlapped boats, the right-of-way boat, if she chooses to pass it to leeward, must give room to the other. If the right-of-way boat chooses to pass it to windward, she is entitled to room to do so, and the other boat must keep clear. There is no obligation to hail for room at an obstruction.

Deutsch: Wenn ein Hindernis auf beiden Seiten durch zwei überlappende Boote passiert werden kann, muss das Wegerechtboot, wenn es sich entschließt in Lee zu passieren dem anderen Boot Raum geben. Wenn sich das Wegerechtboot entschließt in Luv zu passieren, hat es Anspruch auf Raum und das andere Boot muss sich frei halten. Es gibt keine Verpflichtung zum Zuruf um Raum an einem Hindernis.

Case 43:
A close-hauled port-tack boat that is sailing parallel and close to an obstruction must keep clear of a boat that has completed her tack to starboard and is approaching on a collision course.

Deutsch: Ein mit Wind von Backbord dicht längs eines Hindernisses am Wind segelndes Boot muss sich von einem Boot freihalten, das eine Wende auf Wind von Steuerbord vollendet hat und sich auf einem Kollisionskurs nähert.

Case 23:
On a run, rule 19 does not apply to a starboard-tack boat that passes between two port-tack boats ahead of her. Rule 10 requires both port-tack boats to keep clear.

Deutsch: Auf einer Vorwindstrecke gilt Regel 19 nicht für ein mit Wind von Steuerbord segelndes Boot, das zwischen zwei mit Wind von Backbord voraus segelnden Booten passiert. Regel 10 verlangt von beiden mit Wind von Backbord segelnden Booten sich frei zu halten.

 

Q&A 2009-021 B 004

Background:
Two boats, Blue and White, are racing. They are approaching a big obstruction that can be passed on either side. The courses steered by both boats are towards the middle of the obstruction. At position 1 Blue is clear ahead (by a very narrow margin) and on a track to windward of White. When Blue bears away slightly, she immediately becomes overlapped to windward of White. Rule 19.2(a) states that the right-of-way boat may choose to pass the obstruction on either side. In position 1 Blue is clear ahead, and thus has right-of-way under rule 12. When Blue bears away and becomes overlapped to windward of White, White becomes the right-of-way boat under rule 11.

Question:
How can we determine which boat has the right to choose the side for passing the obstruction?

Answer:
At any point in time the right-of-way boat at that moment is entitled by rule 19.2(a) to choose on which side she will pass the obstruction. Therefore, when the boats are at position 1, Blue has the right to choose to pass the obstruction on either side. However, when the boats reach position 2 Blue has lost that right, and at that time White has the right to choose. When a right-of-way boat acts to implement a choice she has made under rule 19.2(a), she must comply with any applicable rules of Sections A and B. In addition, rule 19.2(b) applies if the boats are overlapped. In that case, the outside boat must give the inside boat room between her and the
obstruction, unless she has been unable to do so from the time the overlap began. In the case shown in the diagram, if after position 2 White chose to leave the obstruction to starboard and if the boats remained overlapped, White would have to comply with rules 16.1 and 17, and Blue would have to give White room between her and the obstruction as required by rule 19.2(b).

 

20 ROOM TO TACK AT AN OBSTRUCTION / Raum zum Wenden an einem Hindernis
20.1 Hailing / Zuruf

A boat may hail for room to tack and avoid a boat on the same tack. However, she shall not hail unless
(a) she is approaching an obstruction and will soon need to make a substantial course change to avoid it savely, and
(b) she is sailing close-hauled, or obove.
In addition, she shall not hail if the obstruction is a mark and a boat that is fetching it would be required to change the course as a result of the hail.

Deutsch: Ein Boot kann durch Zurufen Raum verlangen, um zu wenden und einem auf gleichem Schlag segelnden Boot auszuweichen. Es darf jedoch nur rufen, wenn
(a) es sich einem Hindernis nähert und es bald nötig sein wird eine wesentliche Kursänderung vorzunehmen, um ihm sicher auszuweichen und
(b) es am Wind oder höher segelt.
Zusätzlich darf es nicht rufen, wenn das Hindernis eine Bahnmarke ist und ein Boot, das die Bahnmarke anliegen kann, als Ergebnis des Zurufs gezwungen wäre den Kurs zu ändern.

20.2 Responding / Reaktion

(a) After a boat hails, she shall give the hailed boat time to respond.
(b) The hailed boat shall respond even if the hail breaks rule 20.1.
(c) The hailed boat shall respond either by tacking as soon as possible, or by immediately replying 'You tack' and then giving the hailing boat room to tack and avoid her.
(d) When the hailed boat responds, the hailing boat shall tack as soon as possible.
(e) From the time a boat hails until she has tacked and avoided the hailed boat, rule 18.2 does not apply between them.

Deutsch:
(a) Nachdem ein Boot gerufen hat, muss es dem angerufenen Boot Zeit geben, um zu reagieren;
(b) Ein angerufenes Boot muss auch reagieren, wenn der Zuruf gegen Regel 20.1 verstößt.
(c) Ein angerufenes Boot muss reagieren, indem es entweder so bald wie möglich wendet oder sofort antwortet: „Wenden Sie“, und dann dem rufenden Boot den Raum gibt um zu wenden und ihm auszuweichen.
(d) Wenn ein angerufene Boot entsprechend reagiert hat, muss das rufende Boot sobald wie möglich wenden.
(e) Von dem Zeitpunkt an dem ein Boot gerufen hat, bis zu dem Zeitpunkt, an dem es gewendet und dem angerufenen Boot ausgewichen ist, gilt Regel 18.2 nicht zwischen diesen Booten.

20.3 Passing On a Hail to an Additional Boat / Weitergabe eines Zurufs an ein weiteres Boot

When a boat has been hailed for room to tack and she intends to respond by tacking, she may hail another boat on the same tack for room to tack and avoid her. She may hail even if her hail does not meet the conditions of rule 20.1. Rule 20.2 applies between her and a boat she hails.

Deutsch: Wenn ein Boot angerufen wurde, um von ihm Raum zum Wenden zu verlangen, und es beabsichtigt durch eine Wende zu reagieren, darf es seinerseits von einem anderen Boot auf gleichem Schlag durch Zurufen Raum verlangen, um zu wenden und ihm auszuweichen. Es darf auch rufen, wenn sein Ruf die Bedingungen von Regel 20.1 nicht erfüllt. Regel 20.2 gilt zwischen ihm und einem angerufenen Boot.

 

Case 3:
A leeward port-tack boat, hailing for room to tack when faced with an oncoming starboard-tack boat, an obstruction, is not required to anticipate that the windward boat will fail to comply with her obligation to tack promptly or otherwise provide room.

Deutsch: Ein mit Wind von Backbord segelndes Lee-Boot, das Raum zum Wenden wegen eines mit Wind von Steuerbord kommenden Boot, das ein Hindernis ist, verlangt, ist nicht verpflichtet vorauszuahnen, dass das Luv-Boot seiner Verpflichtung sofort zu wenden oder anderweitig Raum zu gewähren nicht nachkommt.

Case 29:
A leeward boat is an obstruction to an overlapped windward boat and a third boat clear astern. The boat clear astern may sail between the two overlapped boats and be entitled to room from the windward boat to pass between her and the leeward boat, provided that the windward boat has been able to give that room from the time the overlap began.

Deutsch: Ein Leeboot ist Hindernis für ein überlappendes Luvboot und ein drittes Boot klar achteraus. Das klar achteraus liegende Boot darf zwischen die zwei überlappenden Boote hineinfahren und hat Anspruch auf Raum vom Luvboot um zwischen ihm und dem Leeboot zu passieren, vorausgesetzt das Luvboot ist ab dem Zeitpunkt der Herstellung der Überlappung dazu in der Lage.

Case 33:
A boat that hails for room to tack before safety requires her to tack is entitled to receive room under rule 20.1(b), but by hailing at that time she breaks rule 20.3. An inside overlapped boat is entitled to room between the outside boat and an obstruction under rule 19.2(b) even though she has tacked into the inside overlapping position.

Deutsch: Ein Boot das einen Zuruf um Raum zum Wenden macht bevor dies aus Sicherheitsgründen notwendig ist, hat Anspruch diesen Raum nach Regel 20.1(b) zu bekommen, begeht aber durch diesen Zuruf einen Verstoß gegen Regel 20.3. Ein innen überlappendes Boot hat Anspruch auf Raum nach Regel 19.2(b) um in Lee an einem Hindernis zu passieren, auch dann wenn sie die Innenüberlappung durch eine Wende erreicht hat.

Case 35:
When a boat is hailed for room to tack at an obstruction and replies 'You tack', and the hailing boat is then able to tack and avoid the hailed boat, the hailed boat has complied with rule 20.1(b).

Deutsch: Wenn ein Boot angerufen wurde, Raum zum Wenden zu geben, und antwortet "Wenden Sie!" und das rufende Boot ist dann in der Lage zu wenden und dem angerufenen Boot auszuweichen, hat das angerufene Boot seine Verpflichtung von Regel 20.1(b) erfüllt.

Case 54:
When a boat approaching an obstruction has hailed for room to tack, the protest committee should normally accept her judgment as to when safety required the hail. When the hailing boat observes no response to her hail, she should hail again more loudly. If after hailing she waits only a short time before tacking, she deprives the other boat of a choice of actions and risks contact with her. If a boat fails to keep a lookout she may fail to act reasonably to avoid contact.

Deutsch: Wenn ein sich einem Hindernis näherndes Boot "Raum zum Wenden" gerufen hat, sollte das Schiedsgericht im Normalfall dessen Beurteilung ob Sicherheit diesen Ruf rechtfertigt anerkennen. Erhält das rufende Boot keine Reaktion auf seinen Zuruf um Raum fest, sollte es ein zweites Mal lauter rufen. Wenn es nach dem Zuruf nur kurz wartet und dann wendet, beraubt es das andere Boot um die Wahl ihrer Handlungen und riskiert eine Berührung mit ihm. Wenn ein Boot versäumt Ausschau zu halten, kann es sein, dass es versäumt vernünftig zu handeln um Berührung zu vermeiden.

Case 101:
When, in reply to her call for room to tack when close-hauled approaching an obstruction, a boat is hailed 'You tack', and when she does so and is then able to tack again to keep clear in a seamanlike way, the other boat has given the room required.

Deutsch: Wenn sich ein Amwind segelndes Boot einem Hindernis nähert und "Raum zum Wenden verlangt" und das angerufene Boot antwortet "Wenden Sie" und wenn dann das rufende Boot wendet und danach in der Lage ist, sich in guter Seemannschaft freizuhalten, dann hat das angerufene Boot den erforderlichen Raum gegeben.

 

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Die größten Märchen

1. Ersatzstrafen müssen nach dem Start ausgeführt werden.

Viele Regattasegler glauben bei einem Vergehen vor dem Start mit dem Ausführen einer Ersatzstrafe bis nach dem Start warten zu müssen. Eine entsprechende Bestimmung wirst du aber in den Wettfahrtregeln nirgendwo finden. Also falls dir ein Missgeschick passiert und du ein anderes Boot vor dem Start regelwidrig behinderst., mache deine Ersatzstrafe sofort. Aber vergiß nicht, dass du dich nach Regel 44.2. vor dem Ausführen der Strafe frei segeln musst.

2. Luven vor dem Start ist nur eingeschränkt erlaubt

Viele glauben wenn die Überlappung vor dem Start von hinten hergestellt wurde darf man nicht über den Am Wind Kurs luven. Herhalten muss für diese Behauptung oft Regel 17 (Wind von der gleichen Seite; richtiger Kurs). In der Definition für Richtiger Kurs steht aber ausdrücklich:

Deutsch:"Vor seinem Startsignal hat ein Boot keinen richtigen Kurs"

Demnach ist ein Leeboot vor dem Start nur durch Regel 15 (Wegerecht erlangen) und Regel 16.1. ( Kurs ändern) beschränkt.

3. Es steht mir als Innenpositionsboot immer der Raum für eine taktische Rundung zu

In den Definitionen für Bahnmarkenraum steht aber nur dass Bahnmarkenraum der Raum ist, um zur Bahnmarke zu segeln, der Raum um die Bahnmarke zu runden, wie es zum Absegeln der Bahn notwendig ist.

Dass der außenliegende dem innen liegenden Boot Raum für eine taktische Rundung zugestehen muss steht nirgendwo.

Nichts desto trotz gelten auch bei Bahnmarken die übrigen Regeln (z.B. Regel 11). Habe ich Wegerecht, kann ich natürlich eine taktische Bojenrundung fahren. Habe ich aber nur Bahnmarkenraum, habe ich kein Recht eine taktische Bojenrundung zu fahren.

 

4. Ich kann Wiedergutmachung verlangen, wenn mich ein anderes Boot stark behindert hat

Angenommen ich segle bei stärkerem Wind mit Wind von rechts und ein Boot mit Wind von Backbord kreuzt meinen Kurs und "vergisst" auszuweichen. nach Regel 14 muss ich eine Berührung mit Schaden vermeiden, und kentere bei diesem Manöver des letzten Augenblicks. Während ich noch immer mit dem Aufstellen des Bootes beschäftigt bin, nimmt mein netter Segelfreund die Ersatzstrafe an macht zwei Ringerln und ist kaum mehr zu sehen, bis ich mein Boot wieder segelklar habe. Natürlich ist die Wertung meines Bootes durch die Handlung eines anderen Teilnehmers in dieser Wettfahrt erheblich verschlechtert worden. Ein Antrag auf Wiedergutmachung wird in diesem Fall dennoch keinen Erfolg haben. Einfach deshalb weil gemäß Regel 62.1. (b) Voraussetzung für eine Wiedergutmachung durch eine Handlung eines anderen Bootes eine Verletzung, oder materielle Beschädigung ist.

 

 

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